Friedhelm Putzke

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12. Dezember 2010: Ehrenbürgerwürde oder: Wer ist der Beste in der Stadt?

Dohna will Ehrenbürger ernennen. Das ist eine gute Sache. Persönlichkeiten, die sich um die Stadt wirklich verdient gemacht haben, verdienen eine Ehrung. Eine solche Leistung kann nicht nur darin zu erblicken sein, dass jemand sich in Dohna in herausragender Weise verdient gemacht hat. Vielmehr kann die verdienstliche Leistung auch anderswo er­bracht werden. Bekäme etwa eine aktuelle oder ehemalige Dohnaer Bürgerin einen Nobelpreis, so wäre dies allemal ein Grund, sie zur Ehrenbürgerin zu ernennen. Die Frage ist letztlich also nicht, ob Personen generell eine Ehrung verdienen, sondern welche Menschen dafür infrage kommen.
Insoweit liegt ein Vorschlag auf dem Tisch: Kurt Woyack. Um es vorwegzunehmen: Er hat sicherlich Verdienste. Ob er zum Ehrenbürger taugt, ist indes mehr als zweifelhaft. Dies bedarf einer Begründung:
Erstens sollte eine Ehrenbürgerin oder ein Ehrenbürger wirklich besondere Leistungen vorzuweisen haben. Bei Kurt Woyak ist dies nicht der Fall. Richtig ist, dass er u.a. alte Dinge sammelt, die mit Dohna zusammenhängen und sich auch sonst engagiert. Aber das allein sind noch keine Leistungen, die eine Ehrenbürgerschaft rechtfertigen. Ein Ehrenbürger sollte Verdienste erbracht haben, die wirklich würdigungswert sind, und nicht nur darin bestehen, dass er ehrenamtlich tätig ist. Man darf die Ehrenbürgerschaft nicht gleichsetzen mit einem Ehrenamtspreis. Ehrenamtlich tätig – ähnlich wie Kurt Woyack – sind viele Menschen in Dohna. Deutlich größere Leistungen, wenn auch eher im Verborgenen er­bracht, hat etwa der Stadtrat Dr. Martin Jacob. Seit Jahrzehnten ist er ehrenamtlich tätig, hat eine Vielzahl von jungen Menschen für den Modellflugzeugbau begeistert, sogar zur Deutschen Meisterschaft geführt, und ist zudem langjähriger und über die Parteigrenzen hinaus anerkannter Stadtrat.
Zweitens ist eine besondere Leistung auch nicht darin zu erblicken, dass Kurt Woyack bestimmte Dinge aufschreibt und veröffentlicht. Denn allein die Tatsache der Veröffentlichung sagt noch nichts aus über die Qualität. Es steht Texten, die als Ortschronik verkauft werden, nicht gut zu Gesicht, wenn sie voller Rechtschreibfehler sind. Diesen Aspekt allein würde Kurt Woyack freilich niemand zum Vorwurf machen, wenngleich es problemlos möglich wäre, solche Publikationen vor ihrer Veröffentlichung von jemandem Korrektur lesen zu lassen. Darüber hinaus ist es allerdings zweifelhaft, ob die Texte von Kurt Woyack einer kritischen Überprüfung überhaupt standhielten. Kurt Woyack ist kein Historiker, auch kein profunder Kenner der Dohnaer Geschichte (wie es ohne Zweifel der ehemalige Museumsleiter Karl Munde war), sondern ein interessierter Laie. Es spricht beispielsweise nicht für Professionalität, wenn er zu den erkennbar symmetrischen drei großen Steinen im Spargrund die Vermutung in die Welt setzt, Wind und Wetter, also die Natur hätte sie erschaffen. Bedenken sind auch deshalb am Platze, weil die Texte von Kurt Woyack oft nicht mehr sind als ein Sammelsurium, bestehend aus Jahreszahlen und Ereignissen ohne irgendeinen tieferen Erkenntniswert. Oft erschließt sich der Sinn eines Satzes trotz mehrfacher Lektüre nicht. Der Wert solcher Arbeiten ist nicht hoch, zumindest aber zweifelhaft.
Schließlich und drittens versteht sich Kurt Woyack nicht als unbefangener und objektiver Ortschronist – und er ist es auch nicht. Wer seine einseitige Parteinahme für den jetzigen Bürgermeister bei der letzten Wahl noch vor Augen hat, der darf mit guten Gründen an Woyacks Integrität und Redlichkeit zweifeln. Ein solches Verhalten steht einem Ortschronisten alles andere als gut zu Gesicht, erst recht nicht einem Ehrenbürger. Ehrenbürger sollten echte Persönlichkeiten sein. Dazu gehört vor allem persönliche Integrität. Sie findet man etwa bei Dr. Martin Jacob.
Unterm Strich ist es in höchstem Maße zweifelhaft, ob sowohl Kurt Woyack die Ehrbürgerwürde verdient als auch die Stadt Dohna einen Ehrenbürger wie Kurt Woyack. In der Reihe früherer Ehrenbürger, etwa mit Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien, hat ein Kurt Woyack nichts verloren. Jenseits der Ehrenbürgerwürde steht außer Frage, dass seine Arbeit und sein Engagement zu loben sind – nicht weniger, aber auch nicht mehr. (Prof. Dr. Holm Putzke)
  


10. Dezember 2010: Einsparungspotential

Fast könnte man meinen, die Weihnachtsruhe habe auch die Dohnaer Politik erfasst: Haushaltssperre aufgehoben, Haushalt beschlossen und in der Zeitung wird seit Tagen darüber spekuliert, was es wohl mit den Steinen im Spargrund auf sich hat.
Aber der Schein trügt. Dass der Haushalt beschlossen wurde, ist kein Erfolg für die Stadt Dohna und ihre Bürgerinnen und Bürger. Vielmehr zeugt es davon, dass es im Stadtrat nur noch wenige gibt, die willig sind, die Dinge nüchtern und unvoreingenommen zu bewerten, und die den Mut haben, der unkritischen Mehrheit entschieden zu widersprechen. Dass es auch anders geht, haben erst kürzlich die Stadtparlamente etwa in Bad Schandau oder Heidenau gezeigt. Dort weigerten sich die Stadträte, die Vorschläge des Bürgermeisters einfach abzunicken. Solch Urteilskraft und Durchsetzungsfähigkeit wäre in Dohna dringend vonnöten, um die Bürgerinnen und Bürger vor weiteren Zumutungen zu verschonen. Es ist nämlich offensichtlich, dass Ralf Müller entweder nicht willens oder nicht fähig ist, an seiner Politik etwas zu ändern.
Ein erster Schritt läge darin, Jörg Glöckner einzusparen. Wäre er nicht mehr da, fiele das gar nicht auf. Es liegt der Verdacht nahe, dass Ralf Müller ihn aus reiner Gefälligkeit eingestellt hat. Dadurch muss Müller weder Widerstand gegen die Verwaltungsumlage fürchten noch gegen seinen mehr oder weniger heimlichen Plan, die Gemeinde Müglitztal einzugemeinden (was er unbedingt tun muss, weil er in Anbetracht seiner Fehlplanungen auf die Landeszuschüsse für die Stadt Dohna dringend angewiesen sein wird).
Zweitens müssten die Stadträte darüber wachen, notfalls den Bürgermeister dazu zwingen, das Kindergartenchaos in den Griff zu bekommen, vor allem wenn die Versäumnisse gravierend und mit Händen zu greifen sind. Genau das ist in Dohna der Fall. Man muss sich schon Augen und Ohren zuhalten, um nicht zu merken, dass Ralf Müller planlos agiert und überfordert ist. Denn es ist zum Beispiel weder vermittel- noch hinnehmbar, dass sich der Bürgermeister bei der Höhe der Gebühren derart massiv verrechnet hat, obwohl er dies von Anfang hätte vermeiden können. Auch sind viele Eltern zu recht darüber erbost, dass der Bürgermeister unproduktiv und ineffektiv ist, wenn es um den Schimmelschaden im Kindergarten „Bummi“ geht. Hätte man sich früher, effektiver und entschlossener darum gekümmert, könnte das Problem längst gelöst sein. Was Ralf Müller den Kindern und Eltern zumutet, ist eine skandalöse Sauerei!
Schließlich ist das Hickhack um die Kindergartenzahlen kaum zu ertragen. Müller hat versucht, den Bedarf in Borthen dadurch schönzurechnen, indem er im „Bummi“ still und heimlich 40 Plätze reduzieren wollte. Plötzlich propagiert er, dass die Plätze nicht mehr reichen. Das ständige Hin und Her ist unzumutbar. Müller ist nicht nur dafür verantwortlich, dass in Borthen 150.000 Euro zum Fenster hinaus geworfen wurden (Abrisskosten etc.), sondern er schürt jetzt auch Verunsicherung, indem er mit vagen Zahlen die Gefahr von Engpässen propagiert. Mögliche Engpässe sind leicht zu vermeiden – auch ohne einen Zusatzkindergarten in Borthen. Wer das Gegenteil behauptet, belügt die Menschen.
Ein verantwortungsvoller Bürgermeister würde nicht permanent die Schuld bei anderen suchen, sondern sachlich und konstruktiv die Probleme lösen und sich um die Menschen kümmern, die von Schimmel und massiven Gebührensteigerungen betroffen sind.
Und von Stadträten, die seriös sein und erstgenommen werden wollen, darf man das gleiche erwarten. Das Gegenteil ist aber der Fall: Der CDU-Mann Markus Altmann keilt gegen die Freien Wähler, obwohl die richtige Adresse seiner Kritik der Bürgermeister sein müsste. Denn was die Personalkosten angeht, antwortete die CDU-Stadträtin Anke Werner auf die Frage der Sächsischen Zeitung „Wie kam es dazu, dass sich Dohna die Kinderbetreuung mehr kosten lässt als andere?“: „Das war eine Entscheidung der Verwaltung. Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle nicht sagen“ (vgl. SZ v. 28.10.2010). Diese Antwort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Offenbar macht der Bürgermeister, was er will, ohne dies mit seinen CDU-Kollegen abgestimmt zu haben. Dadurch hat Ralf Müller die Personalkosten in die Höhe getrieben – die Zeche zahlen die Eltern, ohne dass sie von den Personalentscheidungen irgendeinen Vorteil haben. Es ist zum Beispiel überflüssig, dass sich Dohna drei Kindergartenleiterinnen leistet. Das ist überflüssiger Luxus. Folglich sind es vermeidbare Kosten, die sich nach und nach in höheren Kinderbetreuungsgebühren niederschlagen und die von den Eltern getragen werden müssen. Ralf Müller kümmert dies wenig; er ist davon – wie die meisten Stadträte – nicht betroffen.
Ein Grund dafür, dass derzeit viele Dohnaer den Eindruck haben, es gehe im Rathaus und im Stadtrat drunter und drüber, mag darin zu sehen sein, dass einige Stadträte die Dinge gar nicht richtig verstehen, über die sie zu entscheiden haben. Dazu zählt etwa auch die Zweitwohnungssteuer. Sie einzuführen war ein grober Fehler. Erstens gibt es dafür keine Rechtfertigung, denn für Dohna gibt es keine ins Gewicht fallenden Kosten, die von Personen mit einem Zweitwohnungssitz verursacht werden. Ralf Müller hat das Gegenteil behauptet: Die Stadt wolle mit der Steuer auch diejenigen an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligen, die sie wie alle anderen mit nutzen (vgl. SZ v. 17.8.2010). Die Begründung zeigt, wie wenig Ralf Müller von kommunalen Steuern und ihrer Rechtfertigung versteht. Was bitte schön hat Dohna denn an Infrastruktur zu bieten, die von Zweitwohnungsinhabern genutzt wird? Wer spontan an die Turnhalle denkt, der sollte einmal ernsthaft überlegen, wie viele Personen mit Zweitwohnungssitz dort trainieren und ob es mit Blick darauf gerechtfertigt ist, nahezu 440 Personen mit Zweitwohnungssitz zu einer Abmeldung zu zwingen. Wenn man Müllers Argumentation zugrundelegt, wird es in Dohna bald wohl auch eine Kurtaxe oder eine Durchfahrtgebühr geben. Denn schließlich nutzen Gäste oder Durchfahrer ja auch die Infrastruktur, ohne dafür zu zahlen.
Der Aufwand, der betrieben wird, um eine Zweitwohnungssteuer einzuführen (Satzung verfassen, Satzung im Stadtrat verabschieden, Betroffene anschreiben, Bescheide erlassen etc.) rechtfertigt nicht ansatzweise den zu erwartenden Ertrag. Im Gegenteil, die Zweitwohnungssteuer schadet Dohna! Denn mit jeder Abmeldung wird das emotionale Band zwischen den Angemeldeten und der Stadt dünner. Wer bisher noch einen Zweitwohnungssitz in Dohna hatte, der fühlte sich mit der Stadt auch irgendwie verbunden. Mit der Einführung der Zweitwohnungssteuer sendet Ralf Müller das Signal, dass ihm nichts an emotionaler Verbundenheit liegt.
Auch der jetzige Haushalt ist eine Mogelpackung. Die von Müller zu verantwortenden viel zu hohen Personalkosten sind eine Zeitbombe und werden sich bitter rächen. Die Mehrheit im Rat hatte beim Beschluss des Haushalts die Gelegenheit, insoweit Korrekturen durchzusetzen. Stattdessen liefern sich die Räte Scharmützel und prügeln ohne Sinn und Verstand auf den politischen Gegner ein. Es wäre allemal ratsamer gewesen, die Bürgerinnen und Bürger vor Ralf Müller zu schützen! (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


30. September 2010: Kritik unerwünscht

Seit einigen Tagen kursiert in Dohna eine E-Mail, in der jemand anonym gegenüber den Stadträten seine Verärgerung zum Ausdruck bringt über die desolate Politik des Bürgermeisters und speziell über die unverschämte Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren. Auch ich habe diese E-Mail erhalten.

Nun hat mich kürzlich eine Dohnaer Bürgerin darüber unterrichtet, dass aus dem Umfeld von Ralf Müller das Gerücht kolportiert werde, ich hätte etwas mit dieser E-Mail zu tun. Um es ganz deutlich zu sagen: Diese Mutmaßung ist ebenso falsch wie schäbig. Wer sich so verhält offenbart, dass es ihm nicht darum geht, sich sachlich mit Kritik auseinanderzusetzen. Anstatt sich um die angesprochenen Probleme zu kümmern, wird lieber darüber spekuliert, wer und warum sich kritisch geäußert hat. Dass sich aufdrängende Probleme so nicht lösen lassen, liegt auf der Hand. Es ist bedenklich und bezeichnend zugleich, dass versucht wird, die Urheber zweifellos berechtigter Kritik in Misskredit zu bringen.

Dies dürfte freilich ganz auf der Linie von Ralf Müller liegen. Es sei daran erinnert, dass er vor geraumer Zeit bereits einige seiner Kritiker bei der Staatsanwaltschaft angezeigt (darunter eine Dohnaer Bürgerin, die lediglich die hier geäußerte Kritik weitergeleitet hatte; vgl. dazu meine Kommentare v. 8.3. und 1.4.2010) und sogar einen Beschwerdebrief an deren Arbeitgeber geschrieben hat. Weder das eine noch das andere war von Erfolg gekrönt: Die Staatsanwaltschaft hat Müller unmissverständlich darüber belehrt, dass er Kritik an seiner Amtsführung hinnehmen müsse.

Mit Blick auf Müllers Verhalten verwundert es nicht, dass Kritik in Dohna auch anonym geäußert wird. Denn wenn Bürgerinnen und Bürger bei Kritik am Bürgermeister damit rechnen müssen, von ihm postwendend bei der Staatsanwaltschaft angezeigt zu werden oder dass der Arbeitgeber plötzlich denunzierende Post erhält, dann habe ich größtes Verständnis dafür, wenn manche Menschen, die sich über die derzeitigen chaotischen Zustände in Dohna verständlicherweise gewaltig ärgern, den Schutz der Anonymität dem Risiko einer Strafanzeige oder eines Beschwerdebriefs an den Arbeitgeber vorziehen.

Ich selber halte sowohl die oben genannten Verdächtigungen als auch sonstige Attacken aus, die einzig und allein davon ablenken sollen, dass die Lage in Dohna immer brenzliger wird. Nach Haushaltssperre, zahlreichen Gebührenerhöhungen und sonstigen „Pleiten, Pech und Pannen“ werden Grundstückseigentümer als nächstes eine Rechnung für das Regenwasser erhalten. Dass wegen der desolaten Politik des Bürgermeisters bald weitere Erhöhungen ins Haus stehen, ist nur eine Frage der Zeit.

Es ist wirklich traurig, dass es wichtiger zu sein scheint, Kritiker zu attackieren, als sich um die Belange der Dohnaer Bevölkerung (etwa sozial verträgliche Kinderbetreuungsgebühren) zu kümmern. Aber die Dohnaer sind nicht so dumm, wie manche offenbar glauben; sie merken, wenn sie verschaukelt und im Stich gelassen werden. Die Quittung dafür gibt es spätestens bei der nächsten Wahl. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


28. September 2010: Müller flüchtet in den Urlaub

Wäre Ralf Müller das geblieben, was er ursprünglich war, nämlich Maschinist in einem Heizkraftwerk, dann wäre der Ofen längst aus. Denn keine Maschine liefe lange, wenn sie planlos bedient würde. Planlos ist auch das, was Müller derzeit als Bürgermeister treibt. Doch während er als Maschinist längst achtkantig hinausgeworfen worden wäre, kann Müller – jedenfalls bis zu seiner Abwahl – scheinbar unbekümmert hantieren. Dass Politiker nicht einfach so gekündigt werden können, hat gute Gründe: Oft müssen sie unpopuläre Dinge verkünden, ohne dass kurzfristig ein Erfolg eintritt, und es ist sinnvoll, die Umsetzung eines langfristigen Konzepts nicht einer Augenblicksstimmung zu opfern.

Bei Müller liegen die Dinge indes ganz anders: Weder hat er bisher sinnvolle eigene Projekte erfolgreich abgeschlossen noch hat er irgendein tragfähiges Konzept, wofür es sich lohnt, ihm Zeit zu gewähren und ihm gegenüber geduldig Nachsicht zu üben. Müller entscheidet von Fall zu Fall und mal dies und mal das. Was er den Bürgerinnen und Bürgern zumutet, ist eine Zumutung.

Die Gebührenerhörung für die Kinderbetreuung ist ein weiterer Schlag ins Gesicht all jener, die auf Müllers Versprechen, eine „solide Finanzpolitik“ betreiben zu können, hereingefallen sind. Denn für die inflationären Gebührenerhöhungen ist Müller weitgehend allein verantwortlich. Mit Blick auf die Kinderbetreuungsgebühren blieb dem Stadtrat gar nichts anderes übrig, als dies fassungslos und resigniert zur Kenntnis zu nehmen. Es war Müller, der die Kinder sprichwörtlich in den Brunnen geworfen hat. Die Abweichung vom Regelpersonalschlüssel in den von Müller eigenmächtig bestimmten Ausmaßen war unnötig und unprofessionell. Eine solche Abweichung gibt es z.B. weder in Heidenau noch Pirna. Damit hat er den Dohnaer Eltern einen Bärendienst erwiesen. Denn nur ganz wenigen Eltern werden circa 500 Euro Mehrkosten pro Kind und Jahr gleichgültig sein. Dem Stadtrat ist der Vorwurf zu machen, dass er Müller nicht schon früher zurückgepfiffen hat. Aus der Verwaltung gab es frühzeitig deutliche und warnende Hinweise, welche Konsequenzen die Politik des Bürgermeisters haben wird.

Müller scheint geahnt zu haben, was ihm blüht, wenn er zur letzten Sitzung persönlich erschienen wäre. Selbst sonst eher unkritische Stadträte hätten ihn sicherlich zur Rede gestellt – von den anderen wäre er wohl geradezu „gegrillt“ worden. Müller verdrückt sich wohlweislich in den Urlaub, anstatt sich den Folgen seiner maßlosen Selbstüberschätzung zu stellen. Dass er Nachfragen im Stadtrat unterbinden ließ und sämtlichen Mitarbeitern im Rathaus einen Maulkorb verpasst hat, lässt sich nur so erklären, dass er eine transparente Diskussion höllisch fürchtet und den Sinn demokratischer Debatten offenbar noch nicht richtig verstanden hat. Es ist erbärmlich, wie Müller sich verhält: erst Geld verschleudern (z.B. durch unnötige Personalaufstockungen oder 150.000 Euro u.a. für übereilte Vorarbeiten im Zusammenhang mit der unnötigen Borthener Kindertagesstätte), dann die Dohnaer mit Gebühren- und Abgabenerhöhungen knechten, die es ohne Müllers Chaospolitik nicht gäbe; Widerspruch im Keim ersticken, Kritik ausweichen, das Informationsrecht von Presse und Öffentlichkeit beschneiden – und so tun, als sei alles in bester Ordnung.

Möglicherweise kommt Müller damit sogar durch. Wer weiß zur nächsten Wahl schon noch, dass Dohna vor Müllers Amtszeit nicht nur schuldenfrei war, sondern dank kompetenter und verlässlicher Führung sowie eines tollen Teams im Rathaus (dessen Ratschläge der ehemalige Bürgermeister wertgeschätzt hat) sogar glänzend dastand und ausgezeichnete Perspektiven hatte? Genau das hat eine unabhängige Finanzprüfung für die Jahre 2001 bis 2007 ergeben (vgl. SZ v. 23.9.2010). Müller hält das für „ein gutes Zeugnis“. Zu mehr Lob für seinen Vorgänger ist er nicht fähig. Kein Wunder, denn Müller hat es innerhalb von zwei Jahren geschafft, den Haushalt gewaltig in Schieflage zu bringen. Eine Haushaltssperre gab es vor ihm nie.

Im nächsten Prüfbericht wird nichts zu lesen sein von „wirtschaftlicher und finanzieller Leistungsfähigkeit“ oder „hoher Stabilität“. Aber wer wird sich zur nächsten Wahl noch an dieses exzellente Zeugnis für die Zeit vor Müller erinnern? Wer wird Kenntnis davon haben, dass vor Müller mit Steuergeldern sparsam umgegangen wurde, nicht zuletzt deshalb jederzeit Geld für wichtige Projekte vorhanden war, dass Fördermittel reichlich flossen und das Wort „Gebührenerhöhung“ nicht vorkam? Wem wird präsent sein, dass Müller es weitgehend allein war, der mit seiner planlosen Politik die Dohnaer Finanzen ruiniert hat?

Mit seiner Urlaubsabwesenheit zur Stadtratssitzung ist Müller vorerst wohl einer weiteren Aufforderung zum Rücktritt ausgewichen. Freilich hätte jemand mit Format es gar nicht so weit kommen lassen. Ein solcher Politiker hätte sein Scheitern auf ganzer Linie längst eingestanden und wäre berechtigten Rücktrittforderungen mit einem aufrechten Rücktritt zuvorgekommen. Müller hingegen klammert sich trotz sichtbarer Überforderung weiter an sein Amt. Dabei würde sein „Ende mit Schrecken“ den Dohnaern einen „Schrecken ohne Ende“ ersparen. (Prof. Dr. Holm Putzke)

 


25. August 2010: Dramatische Erhöhung der Kindergartengebühren?

Der letzte Paukenschlag ist noch nicht verhallt, da kündigt sich schon die nächste Hiobsbotschaft an. Es spricht nämlich viel dafür, dass den Dohnaer Eltern eine dramatische Erhöhung der Kindergartengebühren bevorsteht. Dass dies so sein könnte, verbreitet sich in Dohna derzeit wie ein Lauffeuer. Denn was den Dohnaer Eltern jetzt wohl blüht, treibt ihnen die Zornesröte ins Gesicht. Die maßlose Empörung richtet sich vor allem gegen den Hauptschuldigen: Ralf Müller. Wenn sein Name fällt, schlägt die Stimmung um und ist plötzlich spürbar gereizt. Kein Wunder, denn er hat jegliches Vertrauen verspielt. Immer mehr Menschen merken, dass er sich an das Amt klammert, obwohl kaum zu leugnen ist, dass es ihn wohl überfordert und er anscheinend den Überblick komplett verloren hat. So etwas haben selbst langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dohnaer Rat­haus noch nicht erlebt.

Zur Erinnerung: Müller hat die Personalkosten in die Höhe getrieben, obwohl dies nicht zu verantworten war. Schon damals wussten viele (außer offenbar Ralf Müller), dass diese törichte Entscheidung bedrohliche Auswirkungen auf die Kindergartengebühren haben wird. Es waren die Freien Wähler, die darauf immer wieder hingewiesen und bei den jeweiligen Entscheidungen vor den fatalen Konsequenzen gewarnt haben. Aber niemand im Stadtrat schenkte ihnen Gehör – die CDU-Fraktion verschloss die Augen.

Aber anstatt wohlmeinende Ratschläge anzunehmen, ignorierte Müller sämtliche Warnungen und nahm die Personalkosten einfach nicht in die Berechnung der Kindergartengebühren auf. Da half es auch nichts, dass der Stadtrat Dr. Martin Jacob den Bürgermeister auf eine unmissverständliche Auskunft des Sächsischen Staatsministeriums hinwies, die Dr. Jacob eingeholt hatte. Die geradezu pampige Antwort von Müller lautete: „Ihre persönliche Aussage, welche Sichtweise falsch oder richtig ist, kann ich nicht als Grundlage für mein Verwaltungshandeln nutzen.“ Ist das der „achtungsvolle Umgang mit den Räten“, mit dem er im Wahlkampf die Leute umgarnt hat?

Für die Tatsache, dass Müller trotz massiver Hinweise auf die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens, nicht gehandelt hat, gibt es nur zwei Erklärungen: Ignoranz oder Inkompetenz. Das eine wäre so schlimm wie das andere. Inzwischen wurde Müller über sein rechtswidriges Verhalten von höherer Stelle belehrt. Doch nun ist der Schaden immens – nicht zuletzt, weil die Kindergartengebühren wohl nicht mehr fristgerecht festgesetzt werden können.

Die Folge solcher naiven Überheblichkeit wird nun sein, dass sich die Kindergartengebühren um bis zu 15 Prozent erhöhen könnten. Wer bisher für das erste Kind ca. 170 Euro gezahlt hat, muss bald knapp 195 Euro dem Rathaus überweisen. Bei einem Kindergartenplatz könnte der Beitrag von 100 auf ca. 115 Euro steigen. (Die Steigerung dürfte sogar noch höher ausfallen, weil der vom Landkreis reduzierte Zuschuss [vgl. SZ v. 14.8.2010] noch nicht berücksichtigt ist.)

Schon mit Blick auf das absurde Vorhaben, in Borthen einen weiteren Kindergarten zu errichten, hat sich bei den Dohnaern deutlicher Widerstand gegen Müller formiert. Das nun offen zutage tretende Missmanagement beim Kindergartenpersonal und bei den Kosten dürfte das Fass zum Überlaufen bringen. Spannend wird sein, wie lange sich noch Karin Thiele als unkritische Mehrheitsbeschafferin für Müller zur Verfügung stellen will. Peter Garbotz, Lothar Göpfert und Detlef Pastewski haben bewiesen, dass es ihnen wie den Freien Wählern darum geht, zum Wohle der Stadt zu handeln. Und selbst bei der CDU setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass mit einem Ralf Müller kein Blumentopf zu gewinnen ist. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


23. August 2010: Müllers Waterloo

Ralf Müller sah nicht gut aus nach der letzten Stadtratssitzung. Ihm war anzusehen, dass er versagt und sich öffentlich lächerlich gemacht hatte. Dabei war es ein Scheitern mit Ansage. Was Müller am vergangenen Sitzungstag erlebt hat, war nicht nur ein herber Schlag für ihn, sondern eine kaum zu fassende Blamage. Denn nicht nur hat der Stadtrat beim geplanten Kindergarten vernünftigerweise die Notbremse gezogen und die unsinnige und unsoziale Erhöhung der Eintrittspreise für das Museum verhindert. Eine weitaus größere Demütigung hat Müller erfahren, indem ihm sogar „seine“ CDU-Mehrheitsfraktion die Gefolgschaft verweigert hat. Es spricht Bände, wenn zu Müllers wichtigster Abstimmung in seiner bisherigen Amtszeit mehrere CDU-Stadträte der Sitzung ferngeblieben sind oder sich enthalten haben, obwohl sie wussten, um was es geht.

Für diesen massiven Vertrauensverlust ist Müller ganz allein verantwortlich. Erst betreibt eine desaströse Finanzpolitik, indem er u.a. haufenweise neue Mitarbeiter eingestellt und damit die Personalkosten unnötigerweise in die Höhe getrieben hat, und nun versucht er panisch den Haushalt mit unüberlegten und unsozialen Aktionen zu retten. Das hat dazu geführt, dass sogar die überörtlichen Zeitungen über den Dohnaer Bürgermeister spotten. „Dohna plant Abzocke von Museumsbesuchern“ titelten die Dresdner Neuesten Nachrichten etwa in ihrer Ausgabe vom 7.8.2010; und zur Zweitwohnungssteuer war zu lesen: „Dohna fettet Einwohner ab“.

Es vergeht inzwischen kaum ein Tag, an dem in der Zeitung nicht berichtet wird über das Platzen eines Projekts, das Aus eines Wahlversprechens, die Verzögerung eines Bauvorhabens, die Erhöhung von Gebühren und Abgaben oder über sonstige Hiobsbotschaften und Probleme aus Dohna: „Borthenerin kritisiert Amtsführung von Dohnas Bürgermeister“ (SZ v. 18.5.2010), „Dohna gibt mehr Geld aus als geplant“ (SZ v. 15.6.2010), „Dohna hat sich finanziell übernommen“ (SZ v. 18.6.2010), „Garagenpächter in Dohna müssen ab 2011 mehr zahlen“ (SZ. v. 5.7.2010), „Fußgängerbrücke am Dohnaer Plan erst nach 2011“ (SZ v. 9.7.2010), „38 Ausgabeposten in Dohna gesperrt“ (SZ v. 21.7.2010), „Dohna plant Steuer für Zweitwohnung“ (SZ v. 29.7.2010), „Recherche im Museum wird teurer (SZ v. 31.7.2010), „Museum und Bibliothek in Dohna sollen teurer werden“ (SZ v. 7.8.2010), „Dohna plant höhere Kitagebühren“ (SZ v. 14.8.2010), „Kindergarten Borthen wird nicht gebaut“ (SZ v. 20.8.2010).

Wer sich an deutlich bessere Zeiten und frühere Überschriften erinnert (z.B. SZ v. 21.1.2007: „Es bleibt dabei: Dohna ist weiter schuldenfrei“ oder v. 6.12.2007: „Dohna senkt Grundsteuer B“), wo im Rathaus verantwortungsvoll und kompetent mit Steuergel­dern umgegangen wurde, reibt sich angesichts der neuerlichen Entwicklungen erschrocken die Augen. Vor Müller wurde in Dohna niemand „abgezockt“ und „abgefettet“. So sieht „solide Finanzpolitik“ definitiv nicht aus, worüber Müller im Wahlkampf gebetsmühlenartig orakelt hat. Müller ist dazu offenbar nicht in der Lage – das erkennen langsam aber sicher auch die letzten Claqueure.

Inzwischen muss man sich um Dohna nicht mehr bloß Sorgen machen, nein: Angst haben – und zwar um den Haushalt sowie Dohnas finanzielle Unabhängigkeit und Zukunft. Dabei sind die derzeitigen hilflosen und völlig unsinnigen Geldeintreibaktionen erst der Anfang. Wäre Müller klug und halbwegs anständig gewesen, hätte er das Rücktrittsangebot der Freien Wähler (SZ v. 1.7.2010) angenommen. Mit einer neuen und vernünftigen Führung hätte Dohna vielleicht zu alter Stärke zurückfinden können (wobei es allerdings Jahre dauern würde, den Scherbenhaufen zu beseitigen, den Müller bis dato schon verursacht hat).

Aber vielleicht ist Müller auch deshalb nicht zurückgetreten, weil er sonst möglicherweise keine Zeit mehr für sein privates Studium hätte, das er neben seinem Bürgermeisteramt betreibt und das er sich von der Dohnaer Bevölkerung sogar bezahlen lassen wollte. Aber die Finanzierung wäre für ihn wohl kein Problem gewesen: Irgendeine Gebühr hätte er bestimmt versucht zu erhöhen …  (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


5. August 2010: Müllers Kindergärten-Chaos

Um es gleich am Anfang auf den Punkt zu bringen: Nachdem Ralf Müller mit seiner windigen Politik die Dohnaer Finanzen gewaltig in Schieflage gebracht hat, demoliert er nun die Dohnaer Kindergärten.

Ausgangspunkt ist die naive Idee, in Borthen eine Kindertagesstätte zu errichten, ohne den Bedarf dafür nachweisen zu können. Schon vor Müllers Zeit wurde diese Variante vom Rathaus sorgfältig geprüft und – als Investitionen noch auf seriösen Planungen beruhten – verworfen. Es war nämlich mit Händen zu greifen, dass ein Neubau – so wünschenswert er für die Anwohner auch sein mag – andere Standorte gefährden würde, und der langjährige Bestand der neuen Einrichtung nicht gewährleistet wäre.

Seitdem hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Entstünden in Borthen Krippen- und Kindertagesplätze, wäre dies mittelfristig das sichere Ende für die „Zwergenburg“ in Sürßen. Um dies zu erkennen, bedarf es nicht der Klugheit eines Wirtschaftsweisen – vielmehr genügt ein halbwegs wacher Verstand und ein Minimum an Verantwortungsbewusstsein, wenn es um die Ausgabe von Steuergeldern geht. Etwa eine Million davon wäre verloren, wenn die „Zwergenburg“ ihre Türen schließen müsste, weil sie erst vor wenigen Jahren von einer Grundschule zu einer Kindertagesstätte umgebaut wurde. Aber das wären bei weitem nicht alle Konsequenzen: Neue Kapazitäten in Borthen würden zwangsläufig zu einer Reduzierung nicht nur in Sürßen führen, sondern auch in Dohna. Weniger Kinder wiederum bedeuten höhere Betriebskosten. Und höhere Betriebskosten münden schließlich in höheren Beiträgen. Für einen Kindergarten direkt neben einer Autobahn (mit Feinstaub und Lärm) riskiert Müller den Zusammenbruch des ganzen Systems.

Angesichts dieser – keineswegs neuen – Erkenntnisse und Fakten wäre es grob unverantwortlich, an dem Neubau in Borthen festzuhalten und weiteres Geld in dieses unseriöse Experiment zu investieren. Es ist höchst zweifelhaft, ob angesichts der Sachlage irgendjemand bereit ist, dafür Fördermittel zu bewilligen. Auch dies käme einer Veruntreuung von Steuergeldern gleich. Denn entweder ließe sich der Bestand des Neubaus nicht gewährleisten oder man würde die Schließung der „Zwergenburg“ riskieren, deren Räumlichkeiten erst vor wenigen Jahren mit Fördermitteln aufwändig saniert wurden. Beide Szenarien enden damit, dass Steuergelder geradezu „verbrannt“ würden. Das wäre ohne Zweifel ein klarer Fall für die Staatsanwaltschaft.

Wäre man von vornherein seriös an die Sache herangegangen, hätte man sich die Kosten für Abriss und Planungen sparen können. Diese Kosten dürften sich inzwischen wohl auf weit über 100.000 Euro belaufen. Viel Geld für Müllers müßige Flausen! Es ist fraglich, ob die Dohnaer Stadträte diesem Projekt zugestimmt hätten, wenn Müller ihnen realistische Zahlen vorgelegt hätte.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, was passieren wird: Müller wird auch mit diesem Projekt scheitern. Was bleibt ist wieder einmal ein heilloses Durcheinander und ein Scherbenhaufen. Mal sehen, wie lange die Dohnaer Bürgerinnen und Bürger sich einen solchen Dilettantismus noch gefallen lassen. (Prof. Dr. Holm Putzke)

 


20. Juni 2010: "Müllers Welt"

Kleinlaut hat Ralf Müller hat im Interview mit der SZ vom 18. Juni 2010 zugegeben, dass es zwei Jahre nach seiner Wahl schlecht steht um Dohnas Finanzen – verdammt schlecht. Dies sei seinem „politischen Wunsch geschuldet, möglichst viel zu bewegen“, rechtfertigt er sich unbeholfen. Nun aber mal langsam, Herr Müller. Was haben Sie denn bisher bewegt in Dohna – abgesehen von Ihrem bunten Auto? Noch immer sind Sie damit beschäftigt, Projekte abzuarbeiten, die Ihrem Vorgänger zu verdanken sind. Aber selbst dabei kommt es permanent zu Problemen (vgl. SZ. v. 12.6.2010). Was meinen Sie also mit „bewegt“? Etwa die gescheiterten Fördermittelanträge? Oder vielleicht den glücklosen Versuch, die „Stele Katharina“ nach Dohna zu holen? (Jeder halbwegs tatkräftige Mensch hätte die Skulptur schon lange abgeholt und sie vom Bauhof reinigen lassen – anstatt hilflose Appelle an die Dohnaer zu richten, Geld zu spenden.) Vielleicht meinen Sie aber auch die unnötigen Verzögerungen bei der Bewältigung des Bauschadens im Dohnaer Kinderhaus?

Verantwortung für das finanzielle Desaster seiner zweijährigen Amtszeit will Müller freilich nicht übernehmen. Müller tut gerade so, als hätte nicht er den Haushalt ruiniert, sondern nur jemand, der ihm ähnlich sieht. Schuld seien etwa die Baupreise, die sich ändern, und die Kostenschätzungen oder -berechnungen, die kaum ein Auftraggeber halte. Hinterhältige Baupreise und unzuverlässige Auftragnehmer sollen also die Schuld tragen. Solche Erklärungsversuche sind hilflos und erinnern stark an Pipi Langstrumpf: „Zwei mal drei macht vier, widde widde witt und drei macht neune, ich mach' mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.“ Aber Dohna ist nicht Bullerbü, sondern nach Müllers Vorstellung eine „Läuferstadt“. Diese Bezeichnung verdient Dohna schon allein deshalb, weil Müllers Politik zum Davonlaufen ist. Es ist doch seltsam, dass es 18 Jahre lang keine massiven Probleme mit Baupreisen und Bauunternehmen gab, sondern erst, seit Müller im Rathaus herumstolpert.

Wer die Politik in Dohna aufmerksam verfolgt, weiß, was wirklich zu dem Desaster geführt hat. Zu nennen ist vor allem die Erhöhung der Personalkosten um über 30 Prozent (als Folge der konzeptionslosen Einstellung neuer Mitarbeiter). Dazu gehören aber auch die überflüssige Mitgliedschaft im Tourismusverband Sächsische Schweiz (um seinem Parteikollegen Klaus Brähmig wohlgefällig zu sein), der Kaufvertrag über 850.000 Euro für das wertlose Fluorwerkegrundstück (abgeschossen mit Müllers Kumpel Klaus Leroff), die unnötige Vereinbarung einer Abfindung in Höhe von 50.000 Euro für Müllers Duzfreundin Regina Zöckel, das Auslagern der Bearbeitung von Abwasserwiderspruchsbescheiden an eine Rechtsanwaltskanzlei und nicht zuletzt die kostenpflichtige Bearbeitung von Fördermittelanträgen von Firmen (was vor Müllers Zeit im Rathaus erledigt wurde – wohlgemerkt mit großem Erfolg). Und es hätte noch viel dicker kommen können, etwa wenn Müller sich mit seinem dreisten Ansinnen durchgesetzt hätte, sein privates Studium mit Steuergeldern der Dohnaer Bürgerinnen und Bürger bezahlen zu lassen (den Antrag dafür hatte er schon vorbereitet und verteilt).

Gefragt, was denn mit den gestrichenen Vorhaben werde, antwortet Müller: „Dohna wird sich in den nächsten zwei Jahren auf die mit der Einführung der Doppik verbundenen Aufgaben konzentrieren und streng abwägen, welche Investitionen umsetzbar sind.“ Was bitte schön hat die Einführung der „doppelten Buchführung in Konten“ (= Doppik) mit gestrichenen Vorhaben zu tun? Seine phrasenhafte Antwort zeigt, dass Müller keine Ahnung hat, wovon er spricht.

Aber für Selbstkritik ist Müller zu selbstverliebt. Doch wer selbstgefällig sich selbst überschätzt, der wird sich alsbald auch selbst erledigen. Und Müller befindet sich mitten im freien Fall. Auf dem Weg nach unten teilt er aber noch kräftig aus: So habe der Stadtrat Fischer überhaupt keine Ahnung von dem, was er sagt. Schließlich fehle ihm die Verwaltungserfahrung. Er, Müller, hingegen, ja, er habe ein „Verwaltungsauge“. Das zu glauben, fällt schwer, wenn man auf seine katastrophale Bilanz schaut. Abgesehen davon wäre es gut, wenn er nicht nur mit einem Auge die Verwaltung im Blick hätte. Möglicherweise braucht er das andere aber dafür, um neben dem Bürgermeisteramt sein privates Masterstudium zu schaffen. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum zunehmend Stimmen laut werden und beklagen, dass etwa Anfragen nicht beantwortet werden (vgl. SZ. v. 18.5.2010: „Borthenerin kritisiert Amtsführung von Dohnas Bürgermeister“). Aber es ist nichts Neues, dass Müllers Umgangsformen zu wünschen übrig lassen: Wer seine Kritiker bei der Staatsanwaltschaft anzeigt und Briefe an deren Arbeitgeber schreibt, von dem darf man nicht das Beste erwarten, sondern muss man das Schlimmste befürchten.

Besonders aberwitzig ist, dass sich Müller in dem SZ-Interview scheinbar schützend vor die Rathausmitarbeiter stellt. Schutz brauchen sie wirklich – aber nicht vor Kritik (die genau genommen ihm allein galt), sondern vor Müllers müßigen Flausen. Die besten Mitarbeiter können nichts ausrichten, wenn dem Stadtverwalter der Überblick fehlt und er mit dem Amt überfordert ist.

Um die prekäre Lage in den Griff zu bekommen, leistet Müller einen Offenbarungseid: „Projektsteuerer können helfen“. Vor Müller gab es bereits einen Projektsteuerer: den ehemaligen Bürgermeister. Der kam aber auch nicht auf die Idee, nebenbei ein privates Studium zu beginnen. Er scheute sich auch nicht davor, Abwasser- und Widerspruchsbescheide zu bearbeiten. Auch kümmerte er sich höchstpersönlich um Fördermittelanträge. Und er war sich auch nicht zu fein, die Behebung von Baumängeln akribisch zu kontrollieren und auf Baustellen aufmerksam nach dem Rechten zu sehen. Und er ging auch nicht ängstlich jedem Gerichtsverfahren oder Konflikt aus dem Weg, wenn es um die Interessen der Dohnaer Bürgerinnen und Bürger ging. Als dies noch selbstverständlich war, lief in Dohna alles rund, Geld für Investitionen war da und Fördermittel flossen reichlich.

Seit Müller da ist, sind diese Zeiten vorbei. Es entsteht der Eindruck, dass er für jede Tätigkeit, die für ihn mit Verantwortung verbunden ist, am liebsten jemanden einstellen würde, der ihm die Verantwortung abnimmt. Wer so denkt, taugt nicht zum Bürgermeister! Die Aufgaben, die Müller gern an einen Projektsteuerer abgäbe, sind genau die Aufgaben, für die der Bürgermeister einer Kleinstadt gewählt wird und die er zu erledigen hat.

Also, lieber Herr Müller, falls Sie einen Projektsteuerer einstellen, dann tun Sie sich und den Dohnaern doch bitte den Gefallen und übergeben ihm auch gleich Ihr Amt! (Prof. Dr. Holm Putzke)


3. Mai 2010: Schildbürgerstreich

Die Sanierung des Geländes der ehemaligen Fluorwerke ist ein lobenswertes Vorhaben. Ralf Müller hat es ganz oben auf seine Agenda gesetzt. Dabei sollte man sich allerdings nicht ungeschickter als nötig anstellen und alles sollte mit rechten Dingen zugehen. Beides scheint in Dohna keine Selbstverständlichkeit zu sein. Im Einzelnen:

Wer schon einmal Kaufverhandlungen geführt hat, weiß, dass man keinesfalls sogleich offenlegen sollte, welchen Betrag zu geben man notfalls bereit ist. Wer es dennoch tut, ist entweder nicht besonders clever oder hat kein Interesse daran, einen günstigen Preis zu vereinbaren. Der Dohnaer Stadtrat hat beschlossen, als Obergrenze für den Kauf des Grundstücks 850.000 Euro ausgeben zu wollen – wohlgemerkt in keiner nichtöffentlichen Sitzung, sondern so, dass der Grundstückseigentümer es tags darauf in der Sächsischen Zeitung lesen konnte (SZ v. 2.12.2009). Wie würden Sie sich als Eigentümer verhalten, wenn Sie die Schmerzgrenze des Verhandlungspartners kennen würden? Den Bürgern von Schilda stünde ein solch prächtiges Beispiel wahrlich gut zu Gesicht! Dabei kann man noch froh sein, dass der Kaufpreis nicht 1 Million Euro beträgt. Diesen Betrag hatte nämlich Ralf Müller zunächst ganz unbekümmert vorgeschlagen. Ein derart in den Raum geworfener Betrag war Markus Altmann dann offenbar doch nicht ganz geheuer, weshalb er 850.000 Euro vorschlug. Und weil es in Dohna keine Rolle mehr zu spielen scheint, ob man 150.000 Euro mehr oder weniger ausgibt, war Müller sofort bereit, von seinem ursprünglichen Preis abzurücken. Ein sparsamer und verantwortungsvoller Bürgermeister hätte ganz sicher von vornherein darum gekämpft, den Betrag möglichst niedrig zu halten.

Was den Kaufpreis für das Grundstück angeht, gibt es weitere interessante Details zu berichten: Die Stadt Dohna hatte sich nämlich bereits vor ein paar Jahren um den Kauf bemüht (das Ganze scheiterte, weil es keine Förderungsmöglichkeit für die Sanierung gab). Damals wurde allerdings geschickter verhandelt, denn der mit dem Eigentümer vereinbarte Kaufpreis betrug einen einzigen Euro. Man muss kein Sachverständiger sein, um zu erkennen, dass ein solcher Preis angemessen war und es auch jetzt noch gewesen wäre. Oder was wäre Ihnen ein Grundstück wert, dessen Boden mehrere Meter tief verseucht ist und dessen Sanierung mehrere Millionen Euro kostet? Richtig, es ist schlicht und einfach nichts wert, vielmehr stellt es für jeden Eigentümer eine Belastung dar. Aber wie ist die plötzliche Preisexplosion, also die scheinbare Steigerung des Wertes um das Achthundertfünfzigtausendfache zu erklären? Ganz einfach – Eigentümer des Grundstücks ist die Dohna Chemie GmbH, deren Geschäftsführer Klaus Leroff ist. Und der ist – wen wundert’s – ein alter Bekannter von Müller.

Zur Erinnerung: Während des Hochwassers im Jahr 2002 tauchte Leroff plötzlich in Dohna auf. Anscheinend um sich zu profilieren, lösten Müller und Leroff gemeinsam mit dem Landrat in einer Nacht- und Nebelaktion den damaligen Chef der Dohnaer Feuerwehr, Eckhard Kahlert, von seinem Amt als Einsatzleiter ab. Besser wurde dadurch nichts – im Gegenteil: Das Trio ließ etwa am Schwarzen Weg eine Brücke errichten, die in der Luft endete und später kostenintensiv abgerissen werden musste, weil sie eine Gefahr für die Menschen darstellte. Viel schlimmer aber war der Abriss eines Wohnhauses, das hätte stehen bleiben können. Ohne Not und blind vor Aktionismus hat die selbsternannte Einsatztruppe eine menschliche Tragödie verschuldet. Der Bewohnerin blieb so gut wie nichts. Seitdem ward Müller immer mal wieder mit dem auch in der Landespolitik gescheiterten Leroff gesehen (etwa beim Neujahrsempfang des Landrats).

Und genau dieser Klaus Leroff ist nun an dem Grundstücksgeschäft beteiligt. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen, um zu ahnen, welche Rolle die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dohna gespielt haben. Und nun raten Sie mal, wie hoch der Kaufpreis nach den Verhandlungen war! Genau: 850.000 Euro. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt … (Prof. Dr. Holm Putzke)


18. April 2010: Häufige Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zur Politik in Dohna (1. Teil)

In den letzten Monaten ist die Anzahl der Zugriffe auf diese Seite kontinuierlich gestiegen. Daran konnte weder der Beschwerdebrief, den Ralf Müller an Arbeitgeber seiner Kritiker geschrieben hat, noch seine Strafanzeigen gegen mehrere Dohnaer Bürgerinnen und Bürger etwas ändern (vgl. die Kommentare v. 8.3. bzw. 1.4.2010).
 
Das enorme Interesse an den hier zur Verfügung gestellten Informationen ist ein Zeichen dafür, dass die Unzufriedenheit mit Ralf Müller zunimmt und es ein großes Potential für eine Opposition gibt, die genau hinschaut. Darüber hinaus haben mich derart viele Mails erreicht, dass ich auf ausgewählte und mehrfach geäußerte Fragen und Kritik von nun an hier regelmäßig eingehen werde. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 
Warum kritisieren Sie Herrn Müller? Können Sie ihn nicht leiden?
Persönlich habe ich nichts gegen Herrn Müller. Was mich ärgert, ist seine desolate Politik. Zum Beispiel ist es unverantwortlich, die Personalkosten um knapp 30 Prozent in die Höhe zu treiben. Es gehört sich nicht, öffentliche Stellen mit Duzfreunden zu besetzen. Es ist eine Sauerei, dass er sich ein privates Studium von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlen lassen wollte. Und es ist unverantwortlich, derart unentschlossen auf das Schimmelproblem im Dohnaer Kinderhaus zu reagieren. Die Aufzählung ließe sich leicht fortführen.
 
Vor allem aber ärgere ich mich darüber, dass Herr Müller in kurzer Zeit die Erfolge zunichte macht, wofür andere lange Zeit mühsam gekämpft haben und worauf die Dohnaer Bürgerinnen und Bürgern stolz sein können. Es wird nicht lange dauern, da wird Herr Müller alle zur Kasse bitten. Und daran ist nicht irgendeine Finanzkrise schuld, sondern maßgeblich sein ungeschicktes Agieren.
 
Aus der Zeitung haben wir erfahren, dass Sie CDU-Mitglied sind. Herr Müller ist auch in der CDU. Sie sollten ihn lieber unterstützen!
Ralf Müller ist kein gutes Aushängeschild für die CDU. Speziell die Dohnaer CDU erweist sich einen Bärendienst, wenn sie ihn unterstützt. Wie ich aus vielen Gesprächen weiß, auch mit Parteifreunden der Dohnaer CDU, wird das Verhalten von Herrn Müller selbst in den eigenen Reihen zunehmend kritisch gesehen. Sobald der Haushalt wegen Herrn Müllers unbeholfener und unrealistischer Politik ruiniert ist, werden die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Herrn Müller dafür verantwortlich machen, sondern auch die Dohnaer CDU.
 
Wir haben den Eindruck, dass Dohna weniger Fördermittel als früher bekommt. Ist die Bankenkrise dafür verantwortlich?
Nein, die Bankenkrise hätte damit nichts zu tun. Früher war es so, dass der Vorgänger von Herrn Müller sich höchstpersönlich um Fördermittel gekümmert hat. Oft sogar am Wochenende und nach seiner regulären Arbeitszeit. Herr Müller hat solche Aufgaben von sich wegdelegiert. Nach seiner Arbeit und am Wochenende hat er schließlich keine Zeit dafür, weil er meint, neben seinem Amt ein privates Studium betreiben zu müssen. Für die Stadt Dohna lässt er deshalb Firmen Fördermittelanträge erstellen. Dadurch werden die Anträge zwar nicht besser als früher, kosten dafür jetzt aber richtig viel Geld – selbst wenn Fördermittelanträge abgelehnt werden. Und das könnte auch ein Grund sein für weniger Fördermittel: denn nur wenn man Herzblut in eine Sache investiert, wird man dafür auch belohnt.
 
Was müssen wir tun, um wieder einen guten Bürgermeister zu bekommen?
Bei der nächsten Bürgermeisterwahl wird es eine deutlich bessere Alternative zu Herrn Müller geben. Sollte Herr Müller vorzeitig aufgeben, was für Dohna ein Segen wäre, hätte eine vernünftigere und bürgerfreundlichere Politik schon früher eine Chance.
 
Wir würden gern dazu beitragen, dass Dohna wieder auf den alten Erfolgskurs zurückkehrt. Was können wir tun?
Da gibt es zwei einfache Möglichkeiten: Zum einen können Sie sich beschweren, wenn Herr Müller seine Aufgaben nicht korrekt erfüllt oder wenn Sie von Mauscheleien erfahren. Zuständig für Beschwerden über das Verhalten von Herrn Müller ist das Landratsamt, Abteilung Kommunalaufsicht, Postfach 10 02 53/54, 01782 Pirna.
 
Zum andern können Sie sich – das ist noch wichtiger und wirkungsvoller – politisch engagieren. Wehren Sie sich dagegen, dass Herr Müller die Dohnaer Finanzen ruiniert! Bei den Freien Wählern ist Mitarbeit stets willkommen. Sie sind jung? Frischer Wind wird dringend gebraucht. Sie sind älter? Ihre Erfahrung ist wertvoll. – Beteiligen Sie sich daran, Dohna wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen!


2. April 2010: Verschwendung von Steuergeldern

Vor Müllers Amtszeit wurde jeder Fördermittelantrag eigenständig von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister erstellt. Kostenlos und stets mit großem Erfolg. Sicher, das war mit Arbeit verbunden. Aber wozu ist eine Stadtverwaltung auch sonst da? Müller lässt Fördermittelanträge von Firmen anfertigen. Er gibt dafür das Geld der Dohnaer Bevölkerung aus. Sie bezahlen dafür, dass Müller sich offenbar nicht dazu in der Lage sieht, das zu tun, was für seinen Vorgänger eine Selbstverständlichkeit war.

Etwa hat die Erstellung des inhaltlich wenig anspruchsvollen Fördermittelantrags für die Sanierung des Fluorwerkgeländes knappe 20.000 Euro gekostet. Und das ist nur ein Beispiel. Mit diesem Geld hätte man auch die Sportvereine unterstürzen können. Wenn also Ralf Müller wieder einmal behauptet, es sei für irgendetwas kein Geld vorhanden (z.B. für die Kreisumlage, ohne die der Landkreis viele seiner sozialen Projekte aufgeben müsste), dann wissen Sie jetzt, warum das so ist. (Prof. Dr. H. Putzke)


1. April 2010: „Was trifft, trifft auch zu."

Ralf Müller hat sich mächtig ins Zeug gelegt. Man kann sogar sagen, dass er außerordentlich fleißig war: dutzende Unterlagen hat er zusammengestellt, viel Zeit investiert und ist bei Behörden vorstellig geworden. Nein, Ralf Müller hat sich nicht etwa um Fördermittel bemüht oder um irgendetwas anderes, was dem Gemeinwohl dienlich wäre.

Stattdessen hat Müller versucht, fast ein halbes Dutzend Kritiker seiner desolaten Politik mundtot zu machen (darunter eine Dohnaer Bürgerin, die, wie aus den Akten hervorgeht, die hier geäußerte Kritik lediglich weitergeleitet hatte). Diesmal hat Müller aber nicht den Arbeitgebern seiner Kontrahenten einen Beschwerdebrief geschrieben (siehe den Eintrag v. 8.3.2010), sondern sie allesamt bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Es reicht freilich nicht, sich bei berechtigter Kritik allein beleidigt zu fühlen; vielmehr muss man auch tatsächlich beleidigt worden sein. Diesen Unterschied zu akzeptieren, wird auch ein Ralf Müller noch lernen müssen. Erst recht, weil die Staatsanwaltschaft Herrn Müller deutlich in die Schranken gewiesen und die Ermittlungen kurzerhand eingestellt hat – unter Hinweis auf eine demokratische Selbstverständlichkeit: die Meinungsfreiheit. Jetzt steht es sogar amtlich fest: Die Kritik war in dieser Form berechtigt. – Danke, Herr Müller! (Prof. Dr. H. Putzke)


9. März 2010: Öffentliche Empörung zeigt Wirkung – Müller beugt sich

Als Ralf Müller auf seiner Homepage angekündigt hatte, ab März 2010 zu versuchen, ein Studium zu absolvieren, war die Empörung groß. Nun zeigt die Kritik Wirkung. Zwar scheint Müller immer noch an seinem Plan festzuhalten, trotz seines Amtes studieren zu wollen. Aufgegeben hat er anscheinend aber sein Vorhaben, die Kosten dieses Studiums in Höhe von ca. 6.600 Euro den Bürgerinnen und Bürgern aufzuerlegen.  

Wie aus CDU-Kreisen zu erfahren war, hatte er dies ursprünglich nämlich vor. Es gab von Müller sogar schon den konkreten Plan, einen entsprechenden Antrag vom Stadtrat absegnen zu lassen. Nach der hier geäußerten Kritik verhält Müller sich jetzt so, als habe es den dreisten Antrag nie gegeben. Jedenfalls ist er bislang weder im Hauptausschuss noch im Stadtrat aufgetaucht. Und das ist auch gut so! (Dr. H. P.)


8. März 2010: Demokratische Reife

Demokratie lebt von Meinungsfreiheit. Dazu gehört das Recht, Missstände aufzuzeigen und anzuprangern. Der Adressat solcher Kritik hat viele Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Etwa kann er die kritisierten Mängel beheben. Er hat aber auch seinerseits das Recht, Argumente vorzutragen, um die Kritik zu entkräften. Schließlich kann er die Kritik ignorieren (das zeugt zwar nicht unbedingt von einer demokratischen Einstellung, ist aber nicht verboten).

Den zuvor beschriebenen Umgang mit Kritik scheint Ralf Müller allerdings niemand beigebracht zu haben. Wohl deshalb und weil er spürt, dass die gegen ihn gerichtete Kritik berechtigt ist, reagierte Müller kürzlich ebenso hilflos wie hinterhältig: Über die hier von mir und anderen geäußerte Kritik beklagte Müller sich hinterrücks bei meinem damaligen Arbeitgeber, dem Rektor der Ruhr-Universität. Ihm schrieb Müller, dass er sich in seiner Arbeit behindert fühle und er um den Ruf der Universität fürchte, weil sein Kritiker schließlich dort beschäftigt sei.

Nun könnte man über Müllers Versuch, seine Kritiker mundtot zu machen, locker hinwegsehen, denn die ganze Sache hat nichts bewirkt. Aber nicht jeder Arbeitgeber wird die Meinungsfreiheit so hoch schätzen wie dies hier der Fall war. Auch ist keinesfalls garantiert, dass Müller bei anderen Arbeitgebern in ähnlicher Weise Kopfschütteln und Belustigung hervorruft.

Bei Menschen, die in Dohna oder Umgebung arbeiten, könnte ein Arbeitgeber eine solche Beschwerde des Stadtverwalters ganz anders aufnehmen. Etwa könnte er befürchten, in Zukunft mit Nachteilen für seine Firma rechnen zu müssen, wenn er seinen Arbeitnehmer gewähren lässt. Das könnte für diesen mit einem Maulkorb enden, im schlimmsten Fall mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes. Anscheinend wäre Müller selbst das egal – Hauptsache ihn belästigt niemand bei seinem Treiben, das zum Beispiel darin besteht, auf Kosten der Stadt Dohna studieren zu wollen.

Über Müllers unprofessionellen und charakterlosen Umgang mit Kritik sollte man sich von nun an bewusst sein. Das ist aus jedem Blickwinkel unerträglich und zeugt von fehlender demokratischer Reife – ist derzeit aber bittere Realität in Dohna. (Dr. H. P.)


4. Januar 2010: Müllers „studium fatale“

Ralf Müller hat angekündigt, ab März 2010 zu versuchen, ein Studium zu schaffen. Nun will er dafür nicht etwa sein Bürgermeisteramt zur Verfügung stellen, nein, er will berufsbegleitend studieren. Als Mitglied des Prüfungsausschusses in einem Masterstudiengang kann ich aus Erfahrung sagen, dass ein solches Studium ausgesprochen zeitintensiv ist. So müssen in drei Jahren mindestens 3.600 Zeitstunden investiert werden, davon allein 750 im ersten Semester, das heißt in den ersten sechs Monaten. Um dies zu meistern, so verkündet Müller auf seiner Homepage, wolle er „Freitag Mittag bis Samstag Abend die Schulbank drücken“.

Freilich ist diese Ankündigung reine Illusion und nichts weiter als ein Täuschungsmanöver. Denn das Studium besteht zum einen auch aus Präsenzphasen und am Ende ist eine umfangreiche schriftliche Masterarbeit anzufertigen. So etwas lässt sich nicht nebenbei erledigen. Zum andern ist es Augenwischerei, die komplette Freizeit opfern zu können – nicht zu reden von familiären Verpflichtungen. Selbst wenn Müller im ersten halben Jahr jedes Wochenende die von ihm veranschlagte Zeit („Freitag Mittag bis Samstag Abend“) investiert, schafft er (bei 26 Wochenenden und einem großzügig angesetzten Zeitkontingent von 14 Stunden) gerade mal 364 Stunden. Die Organisatoren des Studiums kalkulieren aber mit 750. Wann will Müller die fehlenden 386 Stunden ableisten? Am Sonntag? An den Abenden eines jeden Wochentages? Oder gar während seiner Arbeitszeit?

Um weder das Familienleben zu ruinieren noch den Familienfrieden aufs Spiel zu setzen und um ungeachtet dessen die zeitlichen Anforderungen eines Masterstudienganges überhaupt zu meistern, reduzieren viele Masterstudierende ihre Arbeitszeit oder nehmen sogar längere Zeit Urlaub. Müller kann allerdings nicht eben mal so seine Arbeitszeit reduzieren. Reduziert hat er bislang aber kräftig seinen Arbeitsaufwand und hat sich neben der damit zusammenhängenden Verantwortung auch von lästigen Aufgaben befreit. Wohl auch deshalb sind die Personalkosten im vergangenen Jahr um 28 Prozent gestiegen. Es wäre wahrlich ein starkes Stück, wenn Müller sehenden Auges riskiert, den Haushalt der Stadt Dohna gegen die Wand zu fahren, um einen akademischen Grad nach Hause tragen zu können. Aber genau dieser Eindruck entsteht, wenn man die Sache nüchtern betrachtet.

Unterm Strich ergibt sich folgendes Bild: Dass Müller ein Studium beginnen will, ist nicht nachvollziehbar, zumal er es auch noch so verkauft, als hätte das Studium für Dohna einen Nutzen. Das ist nicht der Fall. Wäre Müller sich der Verantwortung bewusst, die ihm zugefallen ist, und hätte er mehr Respekt vor den Menschen, die ihn gewählt haben, würde er sich nicht für 6.600 Euro eine zeitaufwändige Nebenbeschäftigung suchen. Ein solches Studium lässt sich mit der Tätigkeit eines hauptamtlichen Bürgermeisters nicht vereinbaren. Ein solches Studium funktioniert nur, wenn man das übertragene Amt nicht ernst nimmt und weder mit ganzer Kraft noch aus ganzem Herzen Bürgermeister sein will. Genau dies braucht man aber, um das zu erfüllen, was das Amt von einem verlangt. Müller hat diesen Anspruch anscheinend nicht. (Dr. H. P.)
 



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