Friedhelm Putzke

Standpunkte zur Kommunalpolitik

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5. Februar 2012: Müller der Student

„Bürgermeister Ralf Müller ist seit zwei Jahren nebenbei Student“, war in der Sächsischen Zeitung vom 2. Februar 2012 zu lesen (siehe dazu schon meinen Beitrag „Müllers ‚studium fatale‘“ vom 4. Januar 2010). Eines Hinweises darauf, dass er dies schon seit zwei Jahren tut, hätte es genau genommen gar nicht bedurft. Die Dohnaer bekommen es zu spüren. Denn während Student Müller sich mit „Webtechnologien“ beschäftigt, hat Bürgermeister Müller bei der Sanierung der Schimmelkindergärten „Fuchsbau“ und „Bummi“ alles andere als Tempo gemacht, weshalb die Kinder teilweise noch immer in Containern hausen müssen. Auch die einstmals vollmundig angekündigte Sanierung des Geländes der „Dohna Chemie“ war ein Totalreinfall, weil die Angelegenheit kaum dilettantischer hätte betrieben werden können (siehe meinen Beitrag „Schildbürgerstreich“ vom 3. Mai 2010). Und dass Ralf Müller nun wie ein wilder Florian den überzeugten Brandschützer mimt, das liegt einzig und allein an seinen eigenen Versäumnissen: Denn dass im Rathaus etwas für den Brandschutz getan werden muss, das war schon Ende 2007 bekannt. Und obwohl schon sein Vorgänger ein Konzept hatte erarbeiten lassen, studierte Ralf Müller offenbar lieber gemütlich vor sich hin als sich pflichtgemäß um den Brandschutz zu kümmern. Statt „nebenbei“ zu studieren, hätte Ralf Müller sich vielleicht einmal rechtzeitig sowie mit der nötigen Sorgfalt und Tatkraft um die drängenden Probleme der Stadt kümmern sollen. Nur davon hätten die Dohnaer profitiert; von seinem privaten Studium profitiert allein Ralf Müller. Alles in allem wäre es zutreffender gewesen, wenn die Zeitung geschrieben hätte: „Student Ralf Müller ist seit zwei Jahren nebenbei Bürgermeister“. (Prof. Dr. Holm Putzke)


27. Januar 2012: Strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Ralf Müller

Ralf Müller hat ein katastrophales Jahr hinter sich, seine politische Bilanz ist ernüchternd (siehe dazu den in Kürze folgenden Beitrag). Seit einiger Zeit ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft Dresden gegen ihn. Den Ermittlungen liegt ein Anfangsverdacht wegen Subventions­betrugs zugrunde. So gibt es laut Staatsanwaltschaft „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ (§ 152 Abs. 2 StPO) dafür, dass mit Blick auf beantragte Fördermittel im Zusammenhang mit der Feuerwehr Meusegast (siehe SZ v. 23.3.2011: „Irritationen um Meusegaster Feuerwehrauto“) der Tatbestand des Subventions­be­trugs (§ 264 StGB) erfüllt ist. Ob sich die Vorwürfe gegen den Beschuldigten Müller erhärten, bleibt abzuwarten. (Prof. Dr. Holm Putzke)


15. November 2011: Müller hat sich verrechnet

In der SZ vom 10. November 2011 war zu lesen, dass die Stadt Dohna Kindergartenbeiträge fehlerhaft berechnet hat. Akribisch und in mühevoller Kleinarbeit hat dies der Stadtrat Martin Jacob von den Freien Wählern aufgedeckt. Er ist kein Mann der lauten Töne. Das mag ein Grund dafür sein, warum der Dohnaer CDU-Bürgermeister Müller alle seine Warnungen und vorgelegten Nachweise zu falschen Berechnungsgrundlagen über viele Monate hinweg starrsinnig und beharrlich ignoriert hat. Aber nicht nur das: Er hat die kritische Tätigkeit von Martin Jacob sogar aktiv behindert, indem er ihm bei seinen Recherchen permanent Steine in den Weg gelegt hat. Doch bei alledem hat er offenbar die Beharrlichkeit von Martin Jacob unterschätzt.

Nun steht Müller als Verlierer da. Glücklicherweise fallen seine inzwischen fast schon gewohnheitsmäßigen Fehleinschätzungen aber nicht immer den Dohnaern auf die Füße: Gewinner sind dieses Mal die Eltern, die bislang dem Berechnungschaos hilflos ausgeliefert waren, das Ralf Müller unter anderem mit seinen meist undurchsichtigen und planlosen Personalentscheidungen angerichtet hat. (Prof. Dr. Holm Putzke)


12. September 2011: Dohnaer Räte misstrauen der Verwaltung

Es ist auf den ersten Blick wirklich absurd, was manche Dohnaer Räte fordern: eine zusätzliche und kostenintensive Bauüberwachung (siehe SZ v. 8.9.2011). Normalerweise ist dies ureigene Aufgabe des Bauherrn. In größeren Städten, wo zahlreiche Bauvorhaben parallel laufen, kann eine professionelle Bauüberwachung durchaus sinnvoll sein. In kleineren Städten erledigen die Bauüberwachung üblicherweise Mitarbeiter der Verwaltung.

Früher hat sich in Dohna der Bürgermeister darum höchstpersönlich gekümmert, ist in Kanäle gestiegen, hat den Baufortschritt kontrolliert und überwacht. Damals gab es kaum Probleme mit Bauvorhaben. Dass Ralf Müller als „Dr. ing.“ dies nicht tut, hängt wohlmaßgeblich damit zusammen, dass er sich dafür zu fein ist und sich zudem offensichtlich scheut, zum Wohle der Stadt Dohna und ihrer Bürgerinnen und Bürger auch mal einen Konflikt durchzustehen.

Wohin dies führt, lässt sich an allen Ecken und Enden beobachten: Dass vorhandene Baumängel z.B. in den Kindergärten sich zu massiven Schäden ausgeweitet haben, liegt maßgeblich an dem unentschlossenen und zögerlichen Verhalten des Dohnaer Bürgermeisters. Offenbar haben selbst einige CDU-Räte inzwischen erkannt, dass es besser ist, die Erledigung wichtiger Aufgaben externen Firmen anzuvertrauen als darauf zu hoffen, dass ein offenbar überforderter und kraftloser Bürgermeister sich in angemessener Weise um die Belange der Stadt kümmert.

Ralf Müller greift die Forderung nach einer externen Bauüberwachung freilich dankbar auf: Verringert sich dadurch doch noch mehr die Arbeit und Verantwortung, die genau genommen er selber und die Verwaltung zu leisten bzw. zu tragen hätten. Damit hat er noch mehr Zeit, um sich seinem privaten Studium zu widmen, das er unbedingt nebenbei anfangen wollte (siehe dazu meinen Beitrag vom 4.1.2010). Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, weshalb in Dohna nichts mehr richtig klappt. (Prof. Dr. Holm Putzke)


1. Februar 2011: Kindergartenheuchelei

Mit Blick auf den ablehnenden Beschluss zum Kindergartenneubau in Borthen hat Ralf Müller in seinem Interview vom 29.12.2010 der Mehrheit im Stadtrat vorgeworfen, die Verschwendung von Planungsgeldern, die Rückgabe von Fördergeldern sowie die Verschlechterung der Betreuungssituation für Kinder gebilligt zu haben. – Diese Vorwürfe sind heuchlerisch und perfide, was die folgenden Erläuterungen belegen.
Bemerkenswert ist zunächst, dass gleich drei CDU-Stadträte es vorzogen zu fehlen: die Abwesenheit wählten Markus Altmann, Gerd Mosig (aus Borthen) und Robert Semmann. Dabei hätten schon zwei Stimmen genügt, um das „Großvorhaben“ (SZ v. 20.8.2010) durchzusetzen. Gescheitert ist es nämlich mit einem Stimmenverhältnis von 8:7. Mit den fehlenden drei CDU-Stimmen wäre das Projekt niemals gescheitert, weil es eine Mehrheit von 10:8 gegeben hätte.
Bemerkenswerter als dies ist aber die Reaktion von Ralf Müller – besser gesagt das, was er unterlassen hat. Die Sächsische Gemeindeordnung räumt dem Bürgermeister das Recht ein, einem Stadtratsbeschluss binnen einer Woche zu widersprechen, wenn der Bürgermeister meint, dass der betreffende Beschluss für die Gemeinde nachteilig ist. In seinem Interview vom 29.12.2010 stellt Ralf Müller fest, dass die Mehrheit die Verschwendung von Planungsgeldern, die Rückgabe von Fördergeldern sowie die Verschlechterung der Betreuungssituation für Kinder gebilligt habe. Sind das etwa keine Nachteile, wofür es lohnt zu widersprechen? Wenn Ralf Müller von der Richtigkeit dessen, was er behauptet, überzeugt gewesen wäre, wäre es zweifellos seine Pflicht gewesen, dem Beschluss zu widersprechen!
Bei einem Widerspruch hätte es innerhalb von drei Wochen eine erneute Sitzung mit einer erneuten Abstimmung gegeben. Dann hätten sich Markus Altmann, Gerd Mosig und Robert Semmann die Sitzung in ihren Kalendern dick markieren können, die CDU/SPD-Mehrheit wäre also vorhanden und der zustimmende Beschluss, den Borthener Kindergarten zu bauen, wäre reine Formsache gewesen. – Warum aber hat Ralf Müller diesen Weg nicht gewählt, obwohl er einfach zu verwirklichen gewesen wäre, es um die Durchsetzung seines wichtigsten Projekts ging und er keine Gelegenheit ungenutzt verstreichen lässt zu betonen, welche Nachteile der ablehnende Beschluss habe und wie ver­an­twortungslos die Freien Wähler seien?
Die Antwort ist frappierend einfach und erscheint nur auf den ersten Blick widersprüchlich: Ralf Müller wollte, dass der Stadtrat den Bau des Borthener Kindergartens beerdigt! Weil Müller dies aber nicht einfach zugeben kann, da er den Bau immerhin zum Wahlversprechen deklariert hatte, musste er nach einem Ausweg suchen, der es ihm scheinbar erlaubt, seine Hände wie Pilatus in Unschuld zu waschen. Dieser Ausweg bestand darin, die fehlende Mehrheit für einen Beschluss des Projekts nicht zu verhindern und absichtlich einen Widerspruch zu unterlassen, weil dies zwangsläufig zu einer erneuten Abstimmung und – wegen der CDU-Mehrheit im Stadtrat – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu dem Beschluss geführt hätte, den er gerade verhindern wollte, nämlich den Kindergarten in Borthen bauen zu lassen. Es spricht viel dafür, dass das Ganze inszeniert war, sprich: Affentheater!
Warum aber wollte Müller den Bau am Ende doch nicht? Auch hier liegt die Antwort auf der Hand: Müller hat es irgendwann mit der Angst zu tun bekommen, weil er einsehen musste, dass sein Wahlversprechen unrealistisch war und er dafür niemals Fördermittel bekommen hätte. Schon höre ich den empörten Ruf: „Aber das hat er doch!“ Wer diesen Einwand erhebt, ist nicht richtig informiert. Ralf Müller hat in seinem Interview nur die halbe Wahrheit erzählt. Zwar gab es in der Tat einen Fördermittelbescheid. Dieser Bescheid war jedoch an die zwingende Bedingung geknüpft, dass die Stadt Dohna dem Landratsamt einen ordentlichen Bedarfsplan vorlegen müsse, um Fördermittel überhaupt zu bekommen. Faktisch hatte das Landratsamt also noch gar keine Fördermittel bewilligt, weil Ralf Müller keinen soliden Bedarfsplan vorgelegt hatte, der einen Neubau gerechtfertigt hätte, geschweige denn waren Fördermittel geflossen. Wenn Ralf Müller in seinem Interview also behauptet, der Stadtrat habe die Rückgabe von Fördermitteln gebilligt, dann verschleiert er den wahren Sachverhalt.
Einen soliden Bedarfsplan, der einen Neubau rechtfertigen würde, hat Ralf Müller bis zum heutigen Tage nicht vorgelegt. Hier liegt auch der eigentliche Grund, warum Müller sein Wahlversprechen brechen musste und dies am Ende wohl auch billigend in Kauf nahm. Die Erstellung einer seriösen Bedarfsplanung hätte nämlich sichtbar gemacht, was die Kritiker dem Projekt von Anfang an vorgeworfen haben: dass kein Bedarf für den Borthener Kindergarten besteht. Entlarvend gewirkt hat insoweit die klammheimlich geplante Reduzierung der Plätze im „Bummi“. Glücklicherweise fiel dies einigen kritischen Stadträten rechtzeitig auf. Die Bewilligung von Fördermitteln wäre aber auch noch an einem zweiten Punkt gescheitert: In einem von Ralf Müller unterzeichneten Positionspapier vom 23.7.2010 räumt er ein, dass der Neubau in Borthen perspektivisch den Standort Sürßen gefährden könnte, weil damit zu rechnen sei, dass „bis zu 50% der Kinder aus der Tageseinrichtung ‚Zwergenburg‘ nach Borthen wechseln würden“. Bereits in meinem Beitrag vom 5.8.2010 („Müllers Kindergärten-Chaos“) habe ich erläutert, dass dann etwa eine Million Euro verloren wären, weil die „Zwergenburg“ erst vor wenigen Jahren mit Fördermitteln von einer Grundschule zu einer Kindertagesstätte umgebaut wurde. Hätte Müller diesen Umstand in seiner Bedarfsplanung berücksichtigt, wäre der fehlende Bedarf für den Neubau in Borthen offensichtlich gewesen. Dann wären seitens des Landratsamtes niemals Fördermittel geflossen.
Die vorstehenden Ausführungen haben gezeigt, dass Ralf Müller gezwungen war, sein von vornherein unrealistisches und unsinniges Wahlversprechen zu brechen. Offenkundig ist inzwischen zudem, dass Ralf Müller, um sein Gesicht nicht zu verlieren, versucht, die Freien Wähler zum Sündenbock zu erklären. Beides hat nicht funktioniert: Zum einen haben die Freien Wähler gemeinsam mit den Abgeordneten von den Grünen, der FDP und der Linken verhindert, dass weiterhin massiv Steuergeld verschwendet wird. Zum andern hat Ralf Müller sein Gesicht verloren, weil er sein Projekt kampflos aufgegeben hat und weil er anschließend öffentlich sowie heuchlerisch-wehklagend das Scheitern bedauert, obwohl es für ihn leicht möglich gewesen wäre, das Projekt bestätigen zu lassen. Die Verschwendung von Planungskosten geht damit allein auf sein Konto. Es war unverantwortlich, den Neubau zu versprechen und Investitionen zu tätigen, ohne eine seriöse Bedarfsplanung durchgeführt zu haben. Wer so vorgeht, nimmt die Verschwendung von Steuergeldern billigend in Kauf. Genau dieses von Ralf Müller geschaffene Risiko hat sich jetzt realisiert – auf dem Gewissen hat er mindestens 150.000 Euro.
Weil Ralf Müller aber nicht zugeben will, dass er nicht in der Lage gewesen wäre, einen anständigen und soliden Bedarfsplan vorzulegen, der einen Neubau gerechtfertigt hätte, lässt er nichts unversucht, um die Eltern mit einem drohenden Engpass bei der Kinderbetreuung zu verängstigen und um der restlichen Bevölkerung weiszumachen, dass ab 2013 der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz nicht erfüllt werden könne. Bei alledem verschweigt Müller ganz entscheidende Details. Legt man sie offen, erweist sich sein Vorgehen als unredlich.
Erstens verschweigt er, dass die Nachfrage von 100 Prozent der theoretisch notwendigen Plätze unwahrscheinlich ist. Darauf hat schon Hans-Jörg Fischer im Stadtrat hingewiesen (vgl. SZ v. 20.8.2010). Realistisch wäre es eher, von ca. 80, allenfalls 90 Prozent auszugehen. Zweitens missachtet Müller und die gesamte CDU-Riege bewusst die gesetzliche Empfehlung, die Betreuungsrate für so genannte Tagesmütter auf bis zu 30 Prozent zu erhöhen (vgl. SZ v. 4.12.2010). Dabei hatte Müller die Unterstützung von Tagesmüttern zum Wahlversprechen erhoben. Nun will er davon plötzlich nichts mehr wissen, obwohl nicht nur das Gesetz dies anders vorsieht, sondern die Betreuung von Tagesmüttern sowohl preiswerter als auch für viele Eltern passender wäre, weil eine wesentlich flexiblere Betreuung als in den städtischen Kindertageseinrichtungen möglich wäre. Müller ist das anscheinend egal. Wenn Ralf Müller die Betreuung von Tagesmüttern für schlecht und die Versorgung im städtischen Kindergarten für besser hält, warum hat er dann eigentlich sein eigenes Kind von einer Tagesmutter betreuen lassen?
Der dritte Aspekt ist bislang noch gar nicht zur Sprache gekommen, und Müller wird ihn freiwillig auch nicht ansprechen. Sobald Dohna und Müglitztal fusionieren (dass es dazu mittelfristig kommt, ist sicher), wird es eine gemeinsame Bedarfsplanung geben. In Müglitztal werden die Kapazitäten aber nicht ausgeschöpft. Sobald beide Kommunen vereinigt sind, wird Dohna folglich schlagartig massive Überkapazitäten haben, die ebenso schlagartig reduziert werden müssen. Spätestens dann müssten Kindertageseinrichtungen geschlossen und eingestelltes Personal fristlos entlassen werden. Falls Ralf Müller dann noch Bürgermeister sein sollte, würde er sich sicherlich nicht scheuen, die Freien Wähler für solche Entlassungen verantwortlich zu machen. Schuld sind in seinen Augen sowieso immer nur andere.
Zum Schluss: Wenn Ralf Müller den Stadträten bei der Abstimmung über die Erhöhung von Abwassergebühren verschweigt, dass sich das Durchleitentgelt für Abwasser verringern wird (siehe meinen Kommentar v. 11.1.2011), wenn er öffentlich nicht darauf hinweist, dass der Bewilligungsbescheid für Fördermittel an die Bedingung eines seriösen Bedarfsplans geknüpft war, wenn er nicht offenbart, dass er nicht in der Lage ist, einen soliden Bedarfsplan, der einen Neubau gerechtfertigt hätte, vorzulegen – warum sollte man ihm dann ausgerechnet die Behauptung glauben, es drohe ein Engpass bei der Kinderbetreuung und die Freien Wähler seien dafür verantwortlich? Und letztlich stellt sich damit auch die Frage: Warum sollte man ihm eigentlich noch irgendetwas glauben? (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


11. Januar 2011: Verraten und verkauft

Die SPD/CDU-Mehrheit im Dohnaer Rat hat jüngst einen Vertrag beschlossen, in dem sich Dohna u.a. verpflichtet, für die Hälfte der Planungskosten aufzukommen, die für die Erweiterung der Kanäle in Heidenau anfallen. Dabei leitet Dohna nicht mehr als ein Zehntel des Wassers ein. Auch die Vertragslaufzeit von 13 Jahren benachteiligt Dohna massiv, nicht zu reden von der Kündigungsfrist (der Vertrag verlängert sich um fünf Jahre, wenn er nicht vier Jahre vor Ablauf gekündigt wird). Wer sich allein die Eckpunkte des Vertrags ansieht und Ahnung von der Materie hat, merkt rasch, dass der Vertrag für Dohna nachteilig ist. Im Übrigen ist die Vereinbarkeit mit geltendem Kommunalrecht höchst fraglich.
Solche Bedenken hatten auch diejenigen Stadträte, die dem Vertrag nicht zugestimmt haben. Das waren immerhin acht (zusammengesetzt aus vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen). Obwohl Enthaltungen zwar rein rechtlich nicht als Gegenstimmen zählen, hatte Ralf Müller im Rat faktisch also gar keine echte Mehrheit. Sogar aus der CDU gab es Abweichler, was sicherlich bemerkenswert ist. Trotzdem sollen laut Sächsischer Zeitung (vom 17.12.2010) am Ende „alle froh“ gewesen sein, dass der Streit nicht vor Gericht gelandet ist. Warum eigentlich, muss man sich fragen?
Den Vertrag nicht abzuschließen und die Sache möglicherweise von einem Gericht klären zu lassen, wäre nämlich die optimale und damit beste Lösung gewesen. Das jetzige Vertragswerk ist sicherlich ein hervorragendes Ergebnis – freilich nur für Heidenau. Dohna hingegen hat sich über den Tisch ziehen lassen. Dass Heidenau dies gelungen ist, liegt nicht an der schlechten Verhandlungsposition für Dohna, sondern daran, weil Dohna offenbar darauf verzichtet hat, sich von einem juristischen Experten beraten zu lassen, und überdies einen ungeschickt agierenden und offenkundig konfliktscheuen Bürgermeister hat. In Heidenau wusste man dies genau und hat es ausgenutzt. Heidenau ist deswegen kein Vorwurf zu machen. Im Gegenteil: Heidenau hat für seine Bürger das Optimum herausgeholt. Genau das ist die Aufgabe, die ein Bürgermeister, der Stadtrat und die Verwaltung einer Kommune zu erfüllen haben. In Dohna liegen die Dinge anders. Dort ist es längst keine Selbstverständlichkeit mehr, für die Bürgerinnen und Bürger zu kämpfen. Die Realität wird bestimmt von einem inzwischen chronisch erfolglosen und nach wie vor überforderten Bürgermeister.
Wie nun hätte man vorgehen müssen, um auch für Dohna das Optimum zu erreichen? Dohna hätte – da man sich mit Heidenau offenbar nicht einigen konnte – die Verhandlungen beenden und erklären müssen, dass Heidenau eben den Klageweg beschreiten müsse, um einen Vertragsabschluss zu erreichen. Schließlich hatte Dohna deutlich bessere Karten. Die Stadt befand sich deshalb in einer komfortableren Situation, weil nicht Dohna ein Problem mit Wasser aus Heidenau hat, sondern Heidenau mit Wasser aus Dohna. Und anders als etwa Russland, das damit drohen kann, etwa bei Gaslieferungen an Weißrussland einfach den Hahn zuzudrehen, konnte Heidenau nicht damit drohen, das Dohnaer Wasser nicht mehr durchzulassen. Es wäre auch nicht unfair gewesen, diesen Vorteil auszunutzen, weil es Dohna ja nicht darum gegangen wäre, nichts zu zahlen, sondern nur darum, eine angemessene und also faire Beteiligung auszuhandeln.
Dohna zu verklagen, hätte Heidenau sich zweimal überlegt. Denn das Beschreiten des Klageweges dauert lange und das Ergebnis wäre nicht kalkulierbar gewesen. All dies sind Parameter, die Heidenau vielleicht doch zu einem Kompromiss bewegt hätte. Dohna hat diese Möglichkeit leichtfertig verspielt, indem sein Bürgermeister schlicht gar nicht angefangen hat, für die Dohnaer Bürgerinnen und Bürger zu kämpfen, er hat – bildlich gesprochen – aus Angst vor dem Tod Selbstmord begangen.
Und selbst wenn die Stadt Heidenau die Stadt Dohna verklagt hätte, wäre dies für Dohna nicht nachteilig gewesen. Denn für solche Streitigkeiten gibt es erstens eine Rechts­schutzversicherung und zweitens wäre – wie oft vor Gericht – am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vergleich herausgekommen, der allemal bessere Konditionen beinhaltet hätte als der jetzige Vertrag.
Unterm Strich lässt sich Folgendes sagen: Dohna hatte eine hervorragende Verhandlungsposition. Ralf Müller hat dies entweder nicht erkannt oder sie absichtlich nicht genutzt. In beiden Varianten hat er den Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dohna massiv zuwider gehandelt, ihnen also geschadet. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das vereinbarte Durchleitentgelt niedriger ist als vorher. Denn obwohl das Durchleitentgelt vorher höher war, mussten die Dohnaer Bürgerinnen und Bürger keine Regenwassergebühr und nur eine niedrige Schmutzwassergebühr zahlen. Jetzt zahlen sie plötzlich – trotz eines niedrigeren Durchleitentgelts – eine höhere Abwassergebühr und erstmals seit vielen Jahren eine Regenwassergebühr. Paradox, oder?
Nur am Rande sei erwähnt, dass Ralf Müller in der Stadtratssitzung, in der die Einführung einer Gebühr für Regenwasser und die Erhöhung der Schmutzwassergebühr beschlossen wurde, gegenüber den Stadträten die mit Heidenau vereinbarte Senkung der Durchleitgebühr verschwiegen hat, obwohl der Inhalt des Vertrags zu diesem Zeitpunkt bereits feststand. In ihrer Stellungnahme zur Ablehnung des Abwasserdurchleitvertrags werfen FDP und Freie Wähler Müller deshalb vor, den Stadtrat getäuscht und die Dohnaer Bürgerinnen und Bürger betrogen zu haben. Dem ist nichts hinzuzufügen – außer dass Ralf Müller und die sechs Stadträte, die dem Abwasserdurchleitvertrag unvernünftiger­weise zugestimmt haben, die Interessen der Dohnaer Bürgerinnen und Bürger damit zusätzlich verraten und verkauft haben. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


5. Januar 2011: Spalten und verhöhnen statt versöhnen

Das ging nach hinten los, was Ralf Müller da zum Jahresende in der SZ von sich gegeben hat. Es zeigt – wenn man genauer hinsieht – einen verunsicherten Bürgermeister, der seinem Amt auch charakterlich nicht gewachsen ist. Sonst hätte er die ihm gestellten Fragen anders und vor allem klüger beantwortet. Angesichts ausbleibender Erfolge fühlt er sich offenbar so weit in die Ecke gedrängt, dass er noch nicht einmal davor zurückscheut, öffentlich seinen Vorgänger zu verleumden. Denn anders als Müller behauptet, hat sein Vorgänger niemals eine Strafanzeige gegen ihn gestellt. Und auch ich, den Müller ebenfalls derart bezichtigt, habe dies noch nie getan. Es war vielmehr Ralf Müller, der einige seiner Kritiker mit Strafanzeigen zum Schweigen bringen wollte – bekanntlich ohne Erfolg.
Die von Müller öffentlich zur Schau getragene Erregung zeigt zweierlei sehr deutlich: Zum einen hat Müller keinerlei Erfolge vorzuweisen, sonst hätte er sie irgendwo beiläufig erwähnt. Zum andern spürt er, dass er von dem Amt lieber hätte die Finger lassen sollen, und gerät aus Angst, dass dies selbst seine Duzfreunde langsam merken könnten, in Panik. Immerhin hat er sich seine Finger in letzter Zeit ziemlich heftig verbrannt. Angesichts dessen lässt sich – wie man das Blatt auch wendet – nur ein einziges Fazit ziehen: Müller befindet sich in einer Dauerkrise, auch 2010 war für ihn ein Jahr der Nackenschläge und 2011 verspricht keine Besserung. Statt Erfolgen hat Müller eine verheerende
Bilanz vorzuweisen, z.B.:

■ Erhöhung der Garagenpacht;
■ Erhöhung der Grundsteuer B;
■ drastische Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren;
■ Einführung einer Zweitwohnungssteuer;
■ aus dem Ruder laufende Verwaltungskosten;
■ Kinder, die in einem schimmeligen Kindergarten spielen müssen, weil Ralf Müller es nicht schafft, für Abhilfe zu sorgen;
■ ein Vertrag mit Heidenau, worin sich Dohna kräftig über den Tisch hat ziehen lassen sowie
■ zahlreiche gescheiterte oder verzögerte Projekte, wodurch eine Menge Geld verschlungen wurde.

Das sind in der Tat keine Tatsachen, über die man etwas in der Öffentlichkeit lesen oder hören möchte. Deshalb ist es kaum verwunderlich, wenn Müller sich mehr „Nachfragen vor den Sitzungen“ und weniger Tagesordnungspunkte in den Ausschüssen und im Stadtrat wünscht. Die Öffentlichkeit soll möglichst nichts mitbekommen von dem Desaster. Insoweit fördert das Interview noch etwas zutage: Müller ist Kritik zuwider. Und es ist ein ziemlich billiger Trick, Kritik kurzerhand als Verunglimpfung abzutun. Niemand bringt Ralf Müller mehr in Misskredit als er sich selber. Warum soll es verunglimpfend sein, wenn man Dinge, die miserabel laufen, klar und deutlich beim Namen nennt? Warum soll es verunglimpfend sein, wenn man ausspricht und gut begründet, was auf der Hand liegt, nämlich dass Ralf Müller mit dem Amt anscheinend überfordert ist?
Solche Aussagen haben nichts mit Verunglimpfung zu tun, sondern mit Ehrlichkeit und dem Mut, eine klare Position zu vertreten und diese nicht gleich beim kleinsten Widerstand aufzugeben. Alles andere ist Heuchelei. Von Verunglimpfung könnte man nur dann sprechen, wenn das Gesagte aus der Luft gegriffen wäre. Das aber ist es nicht. Jeder kann nahezu wöchentlich in der Zeitung und im Internet an dieser Stelle lesen, dass in Dohna nicht mehr viel läuft oder – wenn etwas läuft – grob in die falsche Richtung. Glaubwürdigkeit entsteht allein dadurch, dass man sagt, was Fakt ist, nicht hingegen durch Selbstbetrug.
Zugegeben: Solche offenen und ohne Zweifel kernig formulierten Worte möchte niemand gern über sich hören. Das ist aber kein Grund zu schweigen. Und für leise Töne ist Ralf Müller nicht empfänglich. Vor allem die Freien Wähler haben oft genug auf Risiken hingewiesen und Alternativen aufgezeigt, wurden von Müller aber in der Regel ignoriert oder brüsk zurückgewiesen. Müllers Umgang mit Stadträten, die nicht seiner Meinung sind, ist weit entfernt davon, achtungsvoll zu sein – auch das zeigt sein Interview mit entlarvender Deutlichkeit.
Was Müller in dem Interview sonst noch sagt, ist ein Indiz dafür, dass ihm der Sinn für die Realität fehlt. Etwa glaubt er, „gute Entscheidungsvorlagen zu liefern“. Da irrt er sich. Es kam früher fast nie vor, dass irgendeine Entscheidungsvorlage von der Tagesordnung genommen werden musste, weil irgendetwas nicht stimmte oder weil etwas miserabel vorbereitet worden war. Seit Ralf Müller für die Vorlagen verantwortlich ist, ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Vorlagen entscheidungsreif ausgearbeitet sind. Auch seine Aussage, dass früher selten Alternativen präsentiert wurden, ist nicht durchdacht. Wenn der Bürgermeister nämlich Tagesordnungspunkte gut vorbereitet und sie in den Ausschüssen umfassend vorbesprochen werden, dann sind Alternativen überflüssig. Es handelt sich dabei nicht – wie Ralf Müller meint – um eine „alte Methode“, sondern um eine äußerst erfolgreiche. Mit der „alten Methode“ hätte es z.B. niemals eine exorbitante Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren gegeben. Würde Ralf Müller seine Energie der sorgfältigeren Vorbereitung von Tagesordnungspunkten widmen (und weniger seinem privaten Studium, das er nebenbei versucht zu absolvieren, und sich aus der Stadtkasse bezahlen lassen wollte), könnte er sich und den Dohnaern das unsinnige Palavern über weniger Tagesordnungspunkte ersparen.
Müller jammert nun, dass die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern schwieriger sei als gedacht und er keinen Draht zu den Freien Wählern habe. Es handelt sich dabei wohl eher um Krokodilstränen, die Müller sich aus den Augen drückt. Müller hat genauso wenig einen Draht zu den Freien Wählern wie zu den meisten Bürgerinnen und Bürgern. In Wahrheit hat er gar kein Interesse daran, dass ihm jemand in die Karten schaut. Er weiß selber gut genug, dass seine Fassade dann zusammenbräche. Je mehr Müllers Arbeit transparent wäre, desto eher und leichter würde man merken, dass er mehr heiße Luft produziert als er in der Lage ist, solide Arbeit zu leisten. Es ist generell ein Jammer, dass in der Politik nicht selten Leute auftauchen, denen woanders nur mäßiger Erfolg beschieden war.
Hätte Müller ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Freien Wählern, dann hätte er ja Rücksprache halten können, bevor er eigenmächtig drei Kindergartenleiterinnen installierte und damit die Kosten in die Höhe trieb, bevor er Jörg Glöckner überflüssigerweise mit einer Stelle versorgt hat, bevor er die Betreuungsgebühren falsch berechnete, bevor er sich gegenüber Heidenau einem unausgegorenen und für Dohna extrem nachteiligen Vertrag unterworfen hat, bevor er für Borthen einen Kindergarten versprach und dabei ca. 150.000 Euro in den Sand gesetzt hat oder bevor er die Benutzung von Bibliothek und Museum verteuern wollte. Die Freien Wähler und die FDP (manchmal auch Die Linke und Die Grünen), sind derzeit in Dohna die einzigen politischen Kräfte, die den Finger in die zahlreichen Wunden legen und die einigermaßen zu verhindern versuchen, dass Müller den Karren im Eiltempo gegen die Wand fährt. Die anderen politischen Kräfte im Stadtrat schweigen entweder betroffen oder nicken mehr oder weniger kommentarlos ab, was Müller vorlegt – mag das Ganze auch noch so fatale Folgen für Dohna haben, wie etwa der kürzlich geschlossene Vertrag mit Heidenau.
Zum Schluss seines Interviews erklärt Müller die Mehrheit des Rates doch sage und schreibe zu nichts anderem als Steuergeldverschwendern, indem er dreist behauptet, mit dem ablehnenden Ratsbeschluss zum Borthener Kindergarten habe die Mehrheit billigend in Kauf genommen, Planungsgelder unnütz ausgegeben zu haben, Fördergelder zurückgeben zu müssen und die Betreuung der Kleinstkinder zu verschlechtern. Das alles ist nichts weiter als billige Polemik und auch gar nicht wahr. Zunächst einmal sei daran erinnert, dass es drei CDU-Stadträte waren, die es vorzogen, zu dieser wichtigen Abstimmung zu fehlen – durch Abwesenheit glänzte u.a. Markus Altmann. Wäre Müller die Entscheidung über den Borthener Kindergarten wichtig gewesen, dann hätte er alles dafür tun müssen, um entweder die CDU geschlossen hinter sich zu scharen oder die Abstimmung zu vertagen. Wer sich vor Verantwortung drückt, indem er abwesend ist, obwohl es möglich gewesen wäre, anwesend zu sein, oder wer nicht alles dafür tut, damit es eine Mehrheit gibt, die es leicht hätte geben können, der hat das Recht verwirkt, die getroffene Entscheidung nachträglich zu kritisieren.
Zudem hat die unnütze Verausgabung von Planungsgeldern allein Ralf Müller verursacht, weil die Planung des Vorhabens von vornherein unrealistisch und dilettantisch zugleich war. Und die Betreuungssituation hat sich allenfalls deshalb verschlechtert, weil Müller die Dohnaer Kinder skandalöserweise in einen Schimmelkindergarten schickt, obwohl bei tatkräftigem Einsatz Abhilfe längst möglich gewesen wäre. Die Betreuungssituation hat sich übrigens dadurch auch nicht verschlechtert, und dies wird auch nicht geschehen. Ralf Müller redet diese Situation herbei und er schürt Angst, weil er eine Rechtfertigung sucht und braucht, um sein unsinniges Borthen-Projekt in einem zweiten Anlauf doch noch durch den Stadtrat zu boxen.
Wenn Ralf Müller so weiter macht, wird er in Erinnerung bleiben als Bürgermeister, der den Haushalt ruiniert hat und dafür verantwortlich ist, dass Dohna für viele Jahre nahezu handlungsunfähig sein wird. Und es wird nicht mehr lange dauern, da wird man ihn außerdem wohl „Schuldenbürgermeister“ nennen können und müssen. Das ist wahrlich eine große (aber gewiss keine großartige) Leistung, wenn man bedenkt, dass er von seinem Vorgänger knapp 16 Millionen Euro und einen kerngesunden Haushalt „geerbt“ hat. Schätzungsweise 2013/2014 wird davon nicht mehr viel da sein, u.a. weil Müller innerhalb von etwa zwei Jahren die Personalkosten um knapp eine Million Euro in die Höhe getrieben hat, ohne dass in diesem Umfang dafür eine Notwendigkeit bestand.
All das hat Dohna nicht verdient. All das zu kritisieren, hat nichts mit Verunglimpfung zu tun. Es dient einzig und allein dazu, die Dohnaer Bevölkerung wachzurütteln und aufmerksam zu machen auf einen Bürgermeister, der derzeit in Dohna schweren Schaden anrichtet. Nur wenn die Öffentlichkeit erfährt, was in Dohna schief läuft und welche Alternativen es gibt, kann öffentlicher Druck möglicherweise verhindern, dass Ralf Müller Dohnas Zukunft weiter zerstört. Das sind starke Worte, aber sie sind angebracht! Wer dies erst in ein paar Jahren erkennt oder einsieht, wird dafür im wahrsten Sinne des Wortes teuer bezahlen. Wen das nicht stört, der möge sich in seiner Ruhe nicht stören lassen – aber auch nicht jammern, wenn es zu spät ist. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


12. Dezember 2010: Ehrenbürgerwürde oder: Wer ist der Beste in der Stadt?

Dohna will Ehrenbürger ernennen. Das ist eine gute Sache. Persönlichkeiten, die sich um die Stadt wirklich verdient gemacht haben, verdienen eine Ehrung. Eine solche Leistung kann nicht nur darin zu erblicken sein, dass jemand sich in Dohna in herausragender Weise verdient gemacht hat. Vielmehr kann die verdienstliche Leistung auch anderswo er­bracht werden. Bekäme etwa eine aktuelle oder ehemalige Dohnaer Bürgerin einen Nobelpreis, so wäre dies allemal ein Grund, sie zur Ehrenbürgerin zu ernennen. Die Frage ist letztlich also nicht, ob Personen generell eine Ehrung verdienen, sondern welche Menschen dafür infrage kommen.
Insoweit liegt ein Vorschlag auf dem Tisch: Kurt Woyack. Um es vorwegzunehmen: Er hat sicherlich Verdienste. Ob er zum Ehrenbürger taugt, ist indes mehr als zweifelhaft. Dies bedarf einer Begründung:
Erstens sollte eine Ehrenbürgerin oder ein Ehrenbürger wirklich besondere Leistungen vorzuweisen haben. Bei Kurt Woyak ist dies nicht der Fall. Richtig ist, dass er u.a. alte Dinge sammelt, die mit Dohna zusammenhängen und sich auch sonst engagiert. Aber das allein sind noch keine Leistungen, die eine Ehrenbürgerschaft rechtfertigen. Ein Ehrenbürger sollte Verdienste erbracht haben, die wirklich würdigungswert sind, und nicht nur darin bestehen, dass er ehrenamtlich tätig ist. Man darf die Ehrenbürgerschaft nicht gleichsetzen mit einem Ehrenamtspreis. Ehrenamtlich tätig – ähnlich wie Kurt Woyack – sind viele Menschen in Dohna. Deutlich größere Leistungen, wenn auch eher im Verborgenen er­bracht, hat etwa der Stadtrat Dr. Martin Jacob. Seit Jahrzehnten ist er ehrenamtlich tätig, hat eine Vielzahl von jungen Menschen für den Modellflugzeugbau begeistert, sogar zur Deutschen Meisterschaft geführt, und ist zudem langjähriger und über die Parteigrenzen hinaus anerkannter Stadtrat.
Zweitens ist eine besondere Leistung auch nicht darin zu erblicken, dass Kurt Woyack bestimmte Dinge aufschreibt und veröffentlicht. Denn allein die Tatsache der Veröffentlichung sagt noch nichts aus über die Qualität. Es steht Texten, die als Ortschronik verkauft werden, nicht gut zu Gesicht, wenn sie voller Rechtschreibfehler sind. Diesen Aspekt allein würde Kurt Woyack freilich niemand zum Vorwurf machen, wenngleich es problemlos möglich wäre, solche Publikationen vor ihrer Veröffentlichung von jemandem Korrektur lesen zu lassen. Darüber hinaus ist es allerdings zweifelhaft, ob die Texte von Kurt Woyack einer kritischen Überprüfung überhaupt standhielten. Kurt Woyack ist kein Historiker, auch kein profunder Kenner der Dohnaer Geschichte (wie es ohne Zweifel der ehemalige Museumsleiter Karl Munde war), sondern ein interessierter Laie. Es spricht beispielsweise nicht für Professionalität, wenn er zu den erkennbar symmetrischen drei großen Steinen im Spargrund die Vermutung in die Welt setzt, Wind und Wetter, also die Natur hätte sie erschaffen. Bedenken sind auch deshalb am Platze, weil die Texte von Kurt Woyack oft nicht mehr sind als ein Sammelsurium, bestehend aus Jahreszahlen und Ereignissen ohne irgendeinen tieferen Erkenntniswert. Oft erschließt sich der Sinn eines Satzes trotz mehrfacher Lektüre nicht. Der Wert solcher Arbeiten ist nicht hoch, zumindest aber zweifelhaft.
Schließlich und drittens versteht sich Kurt Woyack nicht als unbefangener und objektiver Ortschronist – und er ist es auch nicht. Wer seine einseitige Parteinahme für den jetzigen Bürgermeister bei der letzten Wahl noch vor Augen hat, der darf mit guten Gründen an Woyacks Integrität und Redlichkeit zweifeln. Ein solches Verhalten steht einem Ortschronisten alles andere als gut zu Gesicht, erst recht nicht einem Ehrenbürger. Ehrenbürger sollten echte Persönlichkeiten sein. Dazu gehört vor allem persönliche Integrität. Sie findet man etwa bei Dr. Martin Jacob.
Unterm Strich ist es in höchstem Maße zweifelhaft, ob sowohl Kurt Woyack die Ehrbürgerwürde verdient als auch die Stadt Dohna einen Ehrenbürger wie Kurt Woyack. In der Reihe früherer Ehrenbürger, etwa mit Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien, hat ein Kurt Woyack nichts verloren. Jenseits der Ehrenbürgerwürde steht außer Frage, dass seine Arbeit und sein Engagement zu loben sind – nicht weniger, aber auch nicht mehr. (Prof. Dr. Holm Putzke)
  


10. Dezember 2010: Einsparungspotential

Fast könnte man meinen, die Weihnachtsruhe habe auch die Dohnaer Politik erfasst: Haushaltssperre aufgehoben, Haushalt beschlossen und in der Zeitung wird seit Tagen darüber spekuliert, was es wohl mit den Steinen im Spargrund auf sich hat.
Aber der Schein trügt. Dass der Haushalt beschlossen wurde, ist kein Erfolg für die Stadt Dohna und ihre Bürgerinnen und Bürger. Vielmehr zeugt es davon, dass es im Stadtrat nur noch wenige gibt, die willig sind, die Dinge nüchtern und unvoreingenommen zu bewerten, und die den Mut haben, der unkritischen Mehrheit entschieden zu widersprechen. Dass es auch anders geht, haben erst kürzlich die Stadtparlamente etwa in Bad Schandau oder Heidenau gezeigt. Dort weigerten sich die Stadträte, die Vorschläge des Bürgermeisters einfach abzunicken. Solch Urteilskraft und Durchsetzungsfähigkeit wäre in Dohna dringend vonnöten, um die Bürgerinnen und Bürger vor weiteren Zumutungen zu verschonen. Es ist nämlich offensichtlich, dass Ralf Müller entweder nicht willens oder nicht fähig ist, an seiner Politik etwas zu ändern.
Ein erster Schritt läge darin, Jörg Glöckner einzusparen. Wäre er nicht mehr da, fiele das gar nicht auf. Es liegt der Verdacht nahe, dass Ralf Müller ihn aus reiner Gefälligkeit eingestellt hat. Dadurch muss Müller weder Widerstand gegen die Verwaltungsumlage fürchten noch gegen seinen mehr oder weniger heimlichen Plan, die Gemeinde Müglitztal einzugemeinden (was er unbedingt tun muss, weil er in Anbetracht seiner Fehlplanungen auf die Landeszuschüsse für die Stadt Dohna dringend angewiesen sein wird).
Zweitens müssten die Stadträte darüber wachen, notfalls den Bürgermeister dazu zwingen, das Kindergartenchaos in den Griff zu bekommen, vor allem wenn die Versäumnisse gravierend und mit Händen zu greifen sind. Genau das ist in Dohna der Fall. Man muss sich schon Augen und Ohren zuhalten, um nicht zu merken, dass Ralf Müller planlos agiert und überfordert ist. Denn es ist zum Beispiel weder vermittel- noch hinnehmbar, dass sich der Bürgermeister bei der Höhe der Gebühren derart massiv verrechnet hat, obwohl er dies von Anfang hätte vermeiden können. Auch sind viele Eltern zu recht darüber erbost, dass der Bürgermeister unproduktiv und ineffektiv ist, wenn es um den Schimmelschaden im Kindergarten „Bummi“ geht. Hätte man sich früher, effektiver und entschlossener darum gekümmert, könnte das Problem längst gelöst sein. Was Ralf Müller den Kindern und Eltern zumutet, ist eine skandalöse Sauerei!
Schließlich ist das Hickhack um die Kindergartenzahlen kaum zu ertragen. Müller hat versucht, den Bedarf in Borthen dadurch schönzurechnen, indem er im „Bummi“ still und heimlich 40 Plätze reduzieren wollte. Plötzlich propagiert er, dass die Plätze nicht mehr reichen. Das ständige Hin und Her ist unzumutbar. Müller ist nicht nur dafür verantwortlich, dass in Borthen 150.000 Euro zum Fenster hinaus geworfen wurden (Abrisskosten etc.), sondern er schürt jetzt auch Verunsicherung, indem er mit vagen Zahlen die Gefahr von Engpässen propagiert. Mögliche Engpässe sind leicht zu vermeiden – auch ohne einen Zusatzkindergarten in Borthen. Wer das Gegenteil behauptet, belügt die Menschen.
Ein verantwortungsvoller Bürgermeister würde nicht permanent die Schuld bei anderen suchen, sondern sachlich und konstruktiv die Probleme lösen und sich um die Menschen kümmern, die von Schimmel und massiven Gebührensteigerungen betroffen sind.
Und von Stadträten, die seriös sein und erstgenommen werden wollen, darf man das gleiche erwarten. Das Gegenteil ist aber der Fall: Der CDU-Mann Markus Altmann keilt gegen die Freien Wähler, obwohl die richtige Adresse seiner Kritik der Bürgermeister sein müsste. Denn was die Personalkosten angeht, antwortete die CDU-Stadträtin Anke Werner auf die Frage der Sächsischen Zeitung „Wie kam es dazu, dass sich Dohna die Kinderbetreuung mehr kosten lässt als andere?“: „Das war eine Entscheidung der Verwaltung. Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle nicht sagen“ (vgl. SZ v. 28.10.2010). Diese Antwort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Offenbar macht der Bürgermeister, was er will, ohne dies mit seinen CDU-Kollegen abgestimmt zu haben. Dadurch hat Ralf Müller die Personalkosten in die Höhe getrieben – die Zeche zahlen die Eltern, ohne dass sie von den Personalentscheidungen irgendeinen Vorteil haben. Es ist zum Beispiel überflüssig, dass sich Dohna drei Kindergartenleiterinnen leistet. Das ist überflüssiger Luxus. Folglich sind es vermeidbare Kosten, die sich nach und nach in höheren Kinderbetreuungsgebühren niederschlagen und die von den Eltern getragen werden müssen. Ralf Müller kümmert dies wenig; er ist davon – wie die meisten Stadträte – nicht betroffen.
Ein Grund dafür, dass derzeit viele Dohnaer den Eindruck haben, es gehe im Rathaus und im Stadtrat drunter und drüber, mag darin zu sehen sein, dass einige Stadträte die Dinge gar nicht richtig verstehen, über die sie zu entscheiden haben. Dazu zählt etwa auch die Zweitwohnungssteuer. Sie einzuführen war ein grober Fehler. Erstens gibt es dafür keine Rechtfertigung, denn für Dohna gibt es keine ins Gewicht fallenden Kosten, die von Personen mit einem Zweitwohnungssitz verursacht werden. Ralf Müller hat das Gegenteil behauptet: Die Stadt wolle mit der Steuer auch diejenigen an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligen, die sie wie alle anderen mit nutzen (vgl. SZ v. 17.8.2010). Die Begründung zeigt, wie wenig Ralf Müller von kommunalen Steuern und ihrer Rechtfertigung versteht. Was bitte schön hat Dohna denn an Infrastruktur zu bieten, die von Zweitwohnungsinhabern genutzt wird? Wer spontan an die Turnhalle denkt, der sollte einmal ernsthaft überlegen, wie viele Personen mit Zweitwohnungssitz dort trainieren und ob es mit Blick darauf gerechtfertigt ist, nahezu 440 Personen mit Zweitwohnungssitz zu einer Abmeldung zu zwingen. Wenn man Müllers Argumentation zugrundelegt, wird es in Dohna bald wohl auch eine Kurtaxe oder eine Durchfahrtgebühr geben. Denn schließlich nutzen Gäste oder Durchfahrer ja auch die Infrastruktur, ohne dafür zu zahlen.
Der Aufwand, der betrieben wird, um eine Zweitwohnungssteuer einzuführen (Satzung verfassen, Satzung im Stadtrat verabschieden, Betroffene anschreiben, Bescheide erlassen etc.) rechtfertigt nicht ansatzweise den zu erwartenden Ertrag. Im Gegenteil, die Zweitwohnungssteuer schadet Dohna! Denn mit jeder Abmeldung wird das emotionale Band zwischen den Angemeldeten und der Stadt dünner. Wer bisher noch einen Zweitwohnungssitz in Dohna hatte, der fühlte sich mit der Stadt auch irgendwie verbunden. Mit der Einführung der Zweitwohnungssteuer sendet Ralf Müller das Signal, dass ihm nichts an emotionaler Verbundenheit liegt.
Auch der jetzige Haushalt ist eine Mogelpackung. Die von Müller zu verantwortenden viel zu hohen Personalkosten sind eine Zeitbombe und werden sich bitter rächen. Die Mehrheit im Rat hatte beim Beschluss des Haushalts die Gelegenheit, insoweit Korrekturen durchzusetzen. Stattdessen liefern sich die Räte Scharmützel und prügeln ohne Sinn und Verstand auf den politischen Gegner ein. Es wäre allemal ratsamer gewesen, die Bürgerinnen und Bürger vor Ralf Müller zu schützen! (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


30. September 2010: Kritik unerwünscht

Seit einigen Tagen kursiert in Dohna eine E-Mail, in der jemand anonym gegenüber den Stadträten seine Verärgerung zum Ausdruck bringt über die desolate Politik des Bürgermeisters und speziell über die unverschämte Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren. Auch ich habe diese E-Mail erhalten.

Nun hat mich kürzlich eine Dohnaer Bürgerin darüber unterrichtet, dass aus dem Umfeld von Ralf Müller das Gerücht kolportiert werde, ich hätte etwas mit dieser E-Mail zu tun. Um es ganz deutlich zu sagen: Diese Mutmaßung ist ebenso falsch wie schäbig. Wer sich so verhält offenbart, dass es ihm nicht darum geht, sich sachlich mit Kritik auseinanderzusetzen. Anstatt sich um die angesprochenen Probleme zu kümmern, wird lieber darüber spekuliert, wer und warum sich kritisch geäußert hat. Dass sich aufdrängende Probleme so nicht lösen lassen, liegt auf der Hand. Es ist bedenklich und bezeichnend zugleich, dass versucht wird, die Urheber zweifellos berechtigter Kritik in Misskredit zu bringen.

Dies dürfte freilich ganz auf der Linie von Ralf Müller liegen. Es sei daran erinnert, dass er vor geraumer Zeit bereits einige seiner Kritiker bei der Staatsanwaltschaft angezeigt (darunter eine Dohnaer Bürgerin, die lediglich die hier geäußerte Kritik weitergeleitet hatte; vgl. dazu meine Kommentare v. 8.3. und 1.4.2010) und sogar einen Beschwerdebrief an deren Arbeitgeber geschrieben hat. Weder das eine noch das andere war von Erfolg gekrönt: Die Staatsanwaltschaft hat Müller unmissverständlich darüber belehrt, dass er Kritik an seiner Amtsführung hinnehmen müsse.

Mit Blick auf Müllers Verhalten verwundert es nicht, dass Kritik in Dohna auch anonym geäußert wird. Denn wenn Bürgerinnen und Bürger bei Kritik am Bürgermeister damit rechnen müssen, von ihm postwendend bei der Staatsanwaltschaft angezeigt zu werden oder dass der Arbeitgeber plötzlich denunzierende Post erhält, dann habe ich größtes Verständnis dafür, wenn manche Menschen, die sich über die derzeitigen chaotischen Zustände in Dohna verständlicherweise gewaltig ärgern, den Schutz der Anonymität dem Risiko einer Strafanzeige oder eines Beschwerdebriefs an den Arbeitgeber vorziehen.

Ich selber halte sowohl die oben genannten Verdächtigungen als auch sonstige Attacken aus, die einzig und allein davon ablenken sollen, dass die Lage in Dohna immer brenzliger wird. Nach Haushaltssperre, zahlreichen Gebührenerhöhungen und sonstigen „Pleiten, Pech und Pannen“ werden Grundstückseigentümer als nächstes eine Rechnung für das Regenwasser erhalten. Dass wegen der desolaten Politik des Bürgermeisters bald weitere Erhöhungen ins Haus stehen, ist nur eine Frage der Zeit.

Es ist wirklich traurig, dass es wichtiger zu sein scheint, Kritiker zu attackieren, als sich um die Belange der Dohnaer Bevölkerung (etwa sozial verträgliche Kinderbetreuungsgebühren) zu kümmern. Aber die Dohnaer sind nicht so dumm, wie manche offenbar glauben; sie merken, wenn sie verschaukelt und im Stich gelassen werden. Die Quittung dafür gibt es spätestens bei der nächsten Wahl. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


28. September 2010: Müller flüchtet in den Urlaub

Wäre Ralf Müller das geblieben, was er ursprünglich war, nämlich Maschinist in einem Heizkraftwerk, dann wäre der Ofen längst aus. Denn keine Maschine liefe lange, wenn sie planlos bedient würde. Planlos ist auch das, was Müller derzeit als Bürgermeister treibt. Doch während er als Maschinist längst achtkantig hinausgeworfen worden wäre, kann Müller – jedenfalls bis zu seiner Abwahl – scheinbar unbekümmert hantieren. Dass Politiker nicht einfach so gekündigt werden können, hat gute Gründe: Oft müssen sie unpopuläre Dinge verkünden, ohne dass kurzfristig ein Erfolg eintritt, und es ist sinnvoll, die Umsetzung eines langfristigen Konzepts nicht einer Augenblicksstimmung zu opfern.

Bei Müller liegen die Dinge indes ganz anders: Weder hat er bisher sinnvolle eigene Projekte erfolgreich abgeschlossen noch hat er irgendein tragfähiges Konzept, wofür es sich lohnt, ihm Zeit zu gewähren und ihm gegenüber geduldig Nachsicht zu üben. Müller entscheidet von Fall zu Fall und mal dies und mal das. Was er den Bürgerinnen und Bürgern zumutet, ist eine Zumutung.

Die Gebührenerhörung für die Kinderbetreuung ist ein weiterer Schlag ins Gesicht all jener, die auf Müllers Versprechen, eine „solide Finanzpolitik“ betreiben zu können, hereingefallen sind. Denn für die inflationären Gebührenerhöhungen ist Müller weitgehend allein verantwortlich. Mit Blick auf die Kinderbetreuungsgebühren blieb dem Stadtrat gar nichts anderes übrig, als dies fassungslos und resigniert zur Kenntnis zu nehmen. Es war Müller, der die Kinder sprichwörtlich in den Brunnen geworfen hat. Die Abweichung vom Regelpersonalschlüssel in den von Müller eigenmächtig bestimmten Ausmaßen war unnötig und unprofessionell. Eine solche Abweichung gibt es z.B. weder in Heidenau noch Pirna. Damit hat er den Dohnaer Eltern einen Bärendienst erwiesen. Denn nur ganz wenigen Eltern werden circa 500 Euro Mehrkosten pro Kind und Jahr gleichgültig sein. Dem Stadtrat ist der Vorwurf zu machen, dass er Müller nicht schon früher zurückgepfiffen hat. Aus der Verwaltung gab es frühzeitig deutliche und warnende Hinweise, welche Konsequenzen die Politik des Bürgermeisters haben wird.

Müller scheint geahnt zu haben, was ihm blüht, wenn er zur letzten Sitzung persönlich erschienen wäre. Selbst sonst eher unkritische Stadträte hätten ihn sicherlich zur Rede gestellt – von den anderen wäre er wohl geradezu „gegrillt“ worden. Müller verdrückt sich wohlweislich in den Urlaub, anstatt sich den Folgen seiner maßlosen Selbstüberschätzung zu stellen. Dass er Nachfragen im Stadtrat unterbinden ließ und sämtlichen Mitarbeitern im Rathaus einen Maulkorb verpasst hat, lässt sich nur so erklären, dass er eine transparente Diskussion höllisch fürchtet und den Sinn demokratischer Debatten offenbar noch nicht richtig verstanden hat. Es ist erbärmlich, wie Müller sich verhält: erst Geld verschleudern (z.B. durch unnötige Personalaufstockungen oder 150.000 Euro u.a. für übereilte Vorarbeiten im Zusammenhang mit der unnötigen Borthener Kindertagesstätte), dann die Dohnaer mit Gebühren- und Abgabenerhöhungen knechten, die es ohne Müllers Chaospolitik nicht gäbe; Widerspruch im Keim ersticken, Kritik ausweichen, das Informationsrecht von Presse und Öffentlichkeit beschneiden – und so tun, als sei alles in bester Ordnung.

Möglicherweise kommt Müller damit sogar durch. Wer weiß zur nächsten Wahl schon noch, dass Dohna vor Müllers Amtszeit nicht nur schuldenfrei war, sondern dank kompetenter und verlässlicher Führung sowie eines tollen Teams im Rathaus (dessen Ratschläge der ehemalige Bürgermeister wertgeschätzt hat) sogar glänzend dastand und ausgezeichnete Perspektiven hatte? Genau das hat eine unabhängige Finanzprüfung für die Jahre 2001 bis 2007 ergeben (vgl. SZ v. 23.9.2010). Müller hält das für „ein gutes Zeugnis“. Zu mehr Lob für seinen Vorgänger ist er nicht fähig. Kein Wunder, denn Müller hat es innerhalb von zwei Jahren geschafft, den Haushalt gewaltig in Schieflage zu bringen. Eine Haushaltssperre gab es vor ihm nie.

Im nächsten Prüfbericht wird nichts zu lesen sein von „wirtschaftlicher und finanzieller Leistungsfähigkeit“ oder „hoher Stabilität“. Aber wer wird sich zur nächsten Wahl noch an dieses exzellente Zeugnis für die Zeit vor Müller erinnern? Wer wird Kenntnis davon haben, dass vor Müller mit Steuergeldern sparsam umgegangen wurde, nicht zuletzt deshalb jederzeit Geld für wichtige Projekte vorhanden war, dass Fördermittel reichlich flossen und das Wort „Gebührenerhöhung“ nicht vorkam? Wem wird präsent sein, dass Müller es weitgehend allein war, der mit seiner planlosen Politik die Dohnaer Finanzen ruiniert hat?

Mit seiner Urlaubsabwesenheit zur Stadtratssitzung ist Müller vorerst wohl einer weiteren Aufforderung zum Rücktritt ausgewichen. Freilich hätte jemand mit Format es gar nicht so weit kommen lassen. Ein solcher Politiker hätte sein Scheitern auf ganzer Linie längst eingestanden und wäre berechtigten Rücktrittforderungen mit einem aufrechten Rücktritt zuvorgekommen. Müller hingegen klammert sich trotz sichtbarer Überforderung weiter an sein Amt. Dabei würde sein „Ende mit Schrecken“ den Dohnaern einen „Schrecken ohne Ende“ ersparen. (Prof. Dr. Holm Putzke)

 


25. August 2010: Dramatische Erhöhung der Kindergartengebühren?

Der letzte Paukenschlag ist noch nicht verhallt, da kündigt sich schon die nächste Hiobsbotschaft an. Es spricht nämlich viel dafür, dass den Dohnaer Eltern eine dramatische Erhöhung der Kindergartengebühren bevorsteht. Dass dies so sein könnte, verbreitet sich in Dohna derzeit wie ein Lauffeuer. Denn was den Dohnaer Eltern jetzt wohl blüht, treibt ihnen die Zornesröte ins Gesicht. Die maßlose Empörung richtet sich vor allem gegen den Hauptschuldigen: Ralf Müller. Wenn sein Name fällt, schlägt die Stimmung um und ist plötzlich spürbar gereizt. Kein Wunder, denn er hat jegliches Vertrauen verspielt. Immer mehr Menschen merken, dass er sich an das Amt klammert, obwohl kaum zu leugnen ist, dass es ihn wohl überfordert und er anscheinend den Überblick komplett verloren hat. So etwas haben selbst langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dohnaer Rat­haus noch nicht erlebt.

Zur Erinnerung: Müller hat die Personalkosten in die Höhe getrieben, obwohl dies nicht zu verantworten war. Schon damals wussten viele (außer offenbar Ralf Müller), dass diese törichte Entscheidung bedrohliche Auswirkungen auf die Kindergartengebühren haben wird. Es waren die Freien Wähler, die darauf immer wieder hingewiesen und bei den jeweiligen Entscheidungen vor den fatalen Konsequenzen gewarnt haben. Aber niemand im Stadtrat schenkte ihnen Gehör – die CDU-Fraktion verschloss die Augen.

Aber anstatt wohlmeinende Ratschläge anzunehmen, ignorierte Müller sämtliche Warnungen und nahm die Personalkosten einfach nicht in die Berechnung der Kindergartengebühren auf. Da half es auch nichts, dass der Stadtrat Dr. Martin Jacob den Bürgermeister auf eine unmissverständliche Auskunft des Sächsischen Staatsministeriums hinwies, die Dr. Jacob eingeholt hatte. Die geradezu pampige Antwort von Müller lautete: „Ihre persönliche Aussage, welche Sichtweise falsch oder richtig ist, kann ich nicht als Grundlage für mein Verwaltungshandeln nutzen.“ Ist das der „achtungsvolle Umgang mit den Räten“, mit dem er im Wahlkampf die Leute umgarnt hat?

Für die Tatsache, dass Müller trotz massiver Hinweise auf die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens, nicht gehandelt hat, gibt es nur zwei Erklärungen: Ignoranz oder Inkompetenz. Das eine wäre so schlimm wie das andere. Inzwischen wurde Müller über sein rechtswidriges Verhalten von höherer Stelle belehrt. Doch nun ist der Schaden immens – nicht zuletzt, weil die Kindergartengebühren wohl nicht mehr fristgerecht festgesetzt werden können.

Die Folge solcher naiven Überheblichkeit wird nun sein, dass sich die Kindergartengebühren um bis zu 15 Prozent erhöhen könnten. Wer bisher für das erste Kind ca. 170 Euro gezahlt hat, muss bald knapp 195 Euro dem Rathaus überweisen. Bei einem Kindergartenplatz könnte der Beitrag von 100 auf ca. 115 Euro steigen. (Die Steigerung dürfte sogar noch höher ausfallen, weil der vom Landkreis reduzierte Zuschuss [vgl. SZ v. 14.8.2010] noch nicht berücksichtigt ist.)

Schon mit Blick auf das absurde Vorhaben, in Borthen einen weiteren Kindergarten zu errichten, hat sich bei den Dohnaern deutlicher Widerstand gegen Müller formiert. Das nun offen zutage tretende Missmanagement beim Kindergartenpersonal und bei den Kosten dürfte das Fass zum Überlaufen bringen. Spannend wird sein, wie lange sich noch Karin Thiele als unkritische Mehrheitsbeschafferin für Müller zur Verfügung stellen will. Peter Garbotz, Lothar Göpfert und Detlef Pastewski haben bewiesen, dass es ihnen wie den Freien Wählern darum geht, zum Wohle der Stadt zu handeln. Und selbst bei der CDU setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass mit einem Ralf Müller kein Blumentopf zu gewinnen ist. (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


23. August 2010: Müllers Waterloo

Ralf Müller sah nicht gut aus nach der letzten Stadtratssitzung. Ihm war anzusehen, dass er versagt und sich öffentlich lächerlich gemacht hatte. Dabei war es ein Scheitern mit Ansage. Was Müller am vergangenen Sitzungstag erlebt hat, war nicht nur ein herber Schlag für ihn, sondern eine kaum zu fassende Blamage. Denn nicht nur hat der Stadtrat beim geplanten Kindergarten vernünftigerweise die Notbremse gezogen und die unsinnige und unsoziale Erhöhung der Eintrittspreise für das Museum verhindert. Eine weitaus größere Demütigung hat Müller erfahren, indem ihm sogar „seine“ CDU-Mehrheitsfraktion die Gefolgschaft verweigert hat. Es spricht Bände, wenn zu Müllers wichtigster Abstimmung in seiner bisherigen Amtszeit mehrere CDU-Stadträte der Sitzung ferngeblieben sind oder sich enthalten haben, obwohl sie wussten, um was es geht.

Für diesen massiven Vertrauensverlust ist Müller ganz allein verantwortlich. Erst betreibt eine desaströse Finanzpolitik, indem er u.a. haufenweise neue Mitarbeiter eingestellt und damit die Personalkosten unnötigerweise in die Höhe getrieben hat, und nun versucht er panisch den Haushalt mit unüberlegten und unsozialen Aktionen zu retten. Das hat dazu geführt, dass sogar die überörtlichen Zeitungen über den Dohnaer Bürgermeister spotten. „Dohna plant Abzocke von Museumsbesuchern“ titelten die Dresdner Neuesten Nachrichten etwa in ihrer Ausgabe vom 7.8.2010; und zur Zweitwohnungssteuer war zu lesen: „Dohna fettet Einwohner ab“.

Es vergeht inzwischen kaum ein Tag, an dem in der Zeitung nicht berichtet wird über das Platzen eines Projekts, das Aus eines Wahlversprechens, die Verzögerung eines Bauvorhabens, die Erhöhung von Gebühren und Abgaben oder über sonstige Hiobsbotschaften und Probleme aus Dohna: „Borthenerin kritisiert Amtsführung von Dohnas Bürgermeister“ (SZ v. 18.5.2010), „Dohna gibt mehr Geld aus als geplant“ (SZ v. 15.6.2010), „Dohna hat sich finanziell übernommen“ (SZ v. 18.6.2010), „Garagenpächter in Dohna müssen ab 2011 mehr zahlen“ (SZ. v. 5.7.2010), „Fußgängerbrücke am Dohnaer Plan erst nach 2011“ (SZ v. 9.7.2010), „38 Ausgabeposten in Dohna gesperrt“ (SZ v. 21.7.2010), „Dohna plant Steuer für Zweitwohnung“ (SZ v. 29.7.2010), „Recherche im Museum wird teurer (SZ v. 31.7.2010), „Museum und Bibliothek in Dohna sollen teurer werden“ (SZ v. 7.8.2010), „Dohna plant höhere Kitagebühren“ (SZ v. 14.8.2010), „Kindergarten Borthen wird nicht gebaut“ (SZ v. 20.8.2010).

Wer sich an deutlich bessere Zeiten und frühere Überschriften erinnert (z.B. SZ v. 21.1.2007: „Es bleibt dabei: Dohna ist weiter schuldenfrei“ oder v. 6.12.2007: „Dohna senkt Grundsteuer B“), wo im Rathaus verantwortungsvoll und kompetent mit Steuergel­dern umgegangen wurde, reibt sich angesichts der neuerlichen Entwicklungen erschrocken die Augen. Vor Müller wurde in Dohna niemand „abgezockt“ und „abgefettet“. So sieht „solide Finanzpolitik“ definitiv nicht aus, worüber Müller im Wahlkampf gebetsmühlenartig orakelt hat. Müller ist dazu offenbar nicht in der Lage – das erkennen langsam aber sicher auch die letzten Claqueure.

Inzwischen muss man sich um Dohna nicht mehr bloß Sorgen machen, nein: Angst haben – und zwar um den Haushalt sowie Dohnas finanzielle Unabhängigkeit und Zukunft. Dabei sind die derzeitigen hilflosen und völlig unsinnigen Geldeintreibaktionen erst der Anfang. Wäre Müller klug und halbwegs anständig gewesen, hätte er das Rücktrittsangebot der Freien Wähler (SZ v. 1.7.2010) angenommen. Mit einer neuen und vernünftigen Führung hätte Dohna vielleicht zu alter Stärke zurückfinden können (wobei es allerdings Jahre dauern würde, den Scherbenhaufen zu beseitigen, den Müller bis dato schon verursacht hat).

Aber vielleicht ist Müller auch deshalb nicht zurückgetreten, weil er sonst möglicherweise keine Zeit mehr für sein privates Studium hätte, das er neben seinem Bürgermeisteramt betreibt und das er sich von der Dohnaer Bevölkerung sogar bezahlen lassen wollte. Aber die Finanzierung wäre für ihn wohl kein Problem gewesen: Irgendeine Gebühr hätte er bestimmt versucht zu erhöhen …  (Prof. Dr. Holm Putzke)
 


 
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